Aktualisiert 11.01.2010 14:54

Ägyptologie

Neu entdeckte Gräber widerlegen Sklaventhese

Neu entdeckte Gräber in Ägypten beweisen, dass die am Bau der Pyramiden beteiligten Arbeiter keineswegs Sklaven waren, sondern hohes Ansehen genossen und gut verköstigt wurden.

Die ägyptische Archäologie-Behörde hat am Montag die mehr als 4000 Jahre alten Gräber präsentiert, in denen Bauarbeiter der grossen Pyramiden beigesetzt wurden. Der Chef der Behörde, Sahi Hawass, erklärte dazu, die Art der Bestattung widerlege die weitverbreitete Annahme, die Pyramiden seien von Sklaven gebaut worden. Die Bauarbeiter seien aus armen Familien gekommen, für ihre Arbeit aber hoch geachtet worden. Das zeigten Grabbeigaben wie Krüge mit Bier und Brot, die im trockenen Wüstensand perfekt erhalten geblieben seien.

«Auf keinen Fall wären sie so ehrenvoll bestattet worden, wenn sie Sklaven gewesen wären», sagte Hawass. Ausserdem gebe es einen Hinweis darauf, dass Familien aus ganz Ägypten täglich 21 Büffel und 23 Schafe geschickt hätten, um die Arbeiter zu versorgen.

Die Arbeiter wurden, anders als die ägyptischen Könige, nicht mumifiziert. Ausser den zum Teil noch sehr gut erhaltenen Gefässen fanden die Archäologen in den nun entdeckten Gräbern lediglich menschliche Knochen. Die Gräber stammten aus der Zeit der vierten Dynastie zwischen 2575 und 2467 vor Christus. (dapd)

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