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WinterthurNeuartige Reha-Tarife je nach Krankheits-Schwere

Je nachdem, wie krank ein Rehabilitations-Patient ist und wieviel Aufwand seine Behandlung erfordert, sollen die Versicherer nach unterschiedlichen Tarifen zahlen. Dies sieht ein neu entwickeltes Klassifizierungssystem vor. Es wurde am Donnerstag ausgezeichnet.

Nach dem neuartigen System können Patientinnen und Patienten je nach Selbstständigkeitsgrad und Anzahl verschiedener Erkrankungen jeweils einer Patientengruppe zugeordnet werden. Für die einzelnen Gruppen gelten unterschiedliche Tarife.

Heute vergüten die Unfall- und Krankenversicherungen die Behandlungskosten in Rehabilitationskliniken nach einer einheitlichen Tagespauschale ohne Rücksicht auf den tatsächlichen Aufwand.

Dies birgt laut ZHAW die Gefahr, dass Kliniken Patientinnen und Patienten, die intensive Betreuung benötigen, nicht aufnehmen. Dieses Risiko dürfte mit Einführung der Fallpauschalen 2012 noch steigen. Das neuartige Patienten-Klassifikations-System (PCS) könnte hier Abhilfe schaffen. Gemäss Mitteilung könnte das System bereits 2010 eingeführt werden.

Erarbeitet wurde das System von Wissenschaftlern der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) in Winterthur, wie diese am Donnerstag mitteilte. Erstellt wurde sie im Auftrag der Zentralstelle für Medizinaltarife (ZMT) und des Verbandes der Spitäler der Schweiz (H+).

Die Arbeit der Wissenschaftler wurde am Donnerstagabend im Rahmen des ZHAW-Hochschultages in Winterthur ausgezeichnet. Das Projekt erhielt den mit 5000 Franken dotierten Anerkennungspreis für hervorragende Leistungen in interdisziplinärer Forschung und Lehre. (sda)

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