5 Franken: Neue Abfallpauschale erhitzt die Gemüter
Aktualisiert

5 FrankenNeue Abfallpauschale erhitzt die Gemüter

Seit Anfang Jahr gilt auf den Entsorgungshöfen der Stadt Bern eine neue Pauschale für Auswärtige. Vor allem die Gebühr für Gratisanlieferungen ist für manche unverständlich.

von
B.Hostettler
1 / 10
Wie üblich machte sich die Leser-Reporterin auf den Weg zum Entsorgungshof an der Fellerstrasse in Bern. Dabei hatte sie vor allem Material wie PET-Flaschen oder Zeitungen. Beim Eingang angekommen, sticht ihr sofort das Plakat ins Auge. «Ich konnte es fast nicht glauben», so die Frau.

Wie üblich machte sich die Leser-Reporterin auf den Weg zum Entsorgungshof an der Fellerstrasse in Bern. Dabei hatte sie vor allem Material wie PET-Flaschen oder Zeitungen. Beim Eingang angekommen, sticht ihr sofort das Plakat ins Auge. «Ich konnte es fast nicht glauben», so die Frau.

Leser-Reporter
Per 1. Januar 2019 hat die Stadt Bern bei Entsorgungshöfen nämlich eine Anlieferpauschale für Auswärtige eingeführt. Pro Anlieferung müssen Auswärtige fünf Franken bezahlen, auch bei einer Gratisanlieferung.

Per 1. Januar 2019 hat die Stadt Bern bei Entsorgungshöfen nämlich eine Anlieferpauschale für Auswärtige eingeführt. Pro Anlieferung müssen Auswärtige fünf Franken bezahlen, auch bei einer Gratisanlieferung.

«Ich sehe nicht ein, wie diese fünf Franken zustande kommen», erklärt die Leser-Reporterin aus Neuenegg.

«Ich sehe nicht ein, wie diese fünf Franken zustande kommen», erklärt die Leser-Reporterin aus Neuenegg.

Google

Wie üblich machte sich die Leser-Reporterin auf den Weg zum Entsorgungshof an der Fellerstrasse in Bern. Dabei hatte sie vor allem Material wie PET-Flaschen oder Zeitungen. Beim Eingang angekommen, sticht ihr sofort das Plakat ins Auge. «Ich konnte es fast nicht glauben», so die Frau. Per 1. Januar 2019 hat die Stadt Bern bei Entsorgungshöfen nämlich eine Anlieferpauschale für Auswärtige eingeführt. Pro Anlieferung müssen Auswärtige fünf Franken bezahlen, auch bei einer Gratisanlieferung.

«Ich sehe nicht ein, wie diese fünf Franken zustande kommen», erklärt die Leser-Reporterin aus Neuenegg. Die Entsorgung sei ihr verleidet und sie gedenke nicht, künftig für ein paar PET-Flaschen jeweils immer fünf Franken bezahlen zu müssen.

Gratis Müll entsorgen im Kanton Freiburg

Obwohl die Frau im ländlichen Neuenegg zuhause ist, entsorgt sie Gratismaterial in der Stadt Bern. «Bei uns gibt es nicht genügend Entsorgungsstellen. Deshalb verbinde ich die Entsorgung in der Stadt Bern mit meinen Einkäufen.» Es sei ihr unverständlich, wieso die Pauschale nun eingeführt wurde: «Gerade in Zeiten von Umweltschutz und Littering finde ich diesen Schritt äusserst fragwürdig.»

Nebst der Stadt Bern entsorgt die Frau auch im freiburgischen Düdingen ihren Müll. Dort sei eine solche Pauschale nicht in Kraft. Im Gegenteil: «Dort ist man mit Berner Nummernschild sehr willkommen.»

«Fünf Franken sind nicht viel»

Die Stadt Bern lässt die Vorwürfe nicht auf sich sitzen: «Im Vorfeld haben wir mit den verschiedenen Gemeinden rund um Bern das Gespräch gesucht und mögliche Verträge ausgehandelt», erklärt Christian Jordi, Leiter der Entsorgungshöfe der Stadt Bern. Die Gemeinden Bolligen, Köniz, Frauenkappelen und Ostermundigen hätten sich für eine Zusammenarbeit mit der Stadt Bern bereiterklärt. «Die jeweiligen Wohngemeinden,in diesem Fall Neuenegg, sind selbst für die Entsorgung verantwortlich.»

Die Pauschale von fünf Franken sei ein Beitrag für die Infrastruktur: «Dieser Betrag ist im Verhältnis nicht hoch. Es sind schliesslich die Einwohner der Stadt Bern, die den grössten Teil bezahlen.» Ausserdem seien ihm kaum Fälle bekannt, bei welchen Leute ausschliesslich Gratismaterial entsorgen möchten.

Material soll gesammelt werden

Auch aus der Sicht des Umweltschutzs sei die neue Pauschale durchaus gerechtfertig: «Entsorgung hat ihren Preis. Durch die fünf Franken wird es garantiert nicht zu mehr Littering kommen.» Einen Tipp hat der Entsorgungsleiter für Auswärtige: «Wir appelieren an die Leute, das Material zu sammeln und erst bei grösseren Mengen beim Entsorgungshof vorbeizukommen.»

Deine Meinung