Aktualisiert 29.04.2008 08:45

Neue Abschreiber für Deutsche Bank - Zu leiden haben die Menschen

Die US-Immobilienkrise ist noch lange nicht vorbei. Nachdem die Credit Suisse letzte Woche neue Abschreiber bekannt geben musste, schreibt jetzt auch die Deutsche Bank neue Verluste. Im Strudel der Negativmeldungen gehen die Einzelschicksale der Menschen in den USA jedoch völlig unter.

Die Deutsche Bank ist stärker von der US-Hypothekenkrise betroffen als zunächst angenommen. Für das erste Quartal 2008 muss der Bankenriese neue Abschreiber in der Höhe von rund 4,3 Mia. Franken bekannt geben. Dies ist gleichbedeutend mit einem Quartalsverlust von etwa 228 Mio. Franken. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2007 hat die Deutsche Bank noch einen Gewinn von knapp 3,4 Mia. Franken erwirtschaftet. Zudem erzielte das grösste Finanzinstitut Deutschlands für das gesamte Jahr 2007 einen Gewinn von rund 10,5 Mia. Franken.

Auslöser für die neusten Abschreiber ist der Umstand, dass Finanzinstitute in den USA inzwischen versuchen, Immobilien von insolventen Hausbesitzern so schnell wie möglich zu verscherbeln. Dabei nehmen die Banken hohe Verluste in Kauf, wie das Beispiel der Stadt Cleveland in den USA eindrücklich zeigt: Vor einigen Jahren kostete ein Haus im Stadtzentrum der US-Metropole umgerechnet noch 51'700 Franken. Inzwischen aber steht das Haus für 9'300 Dollar zum Verkauf, wie das Wirtschaftsmagazin «ECO» des Schweizer Fernsehens berichtete. Es kommt noch schlimmer: Die Auswirkungen der Krise breiten sich wie ein Krebsgeschwür aus und haben nun auch die noblen Vorstädte Clevelands erreicht. Ein Haus mit 100 Quadratmetern kostete einst 93'000 Franken. Jetzt steht es für 9'300 Franken zum Verkauf. (scc/Vasilije Mustur)

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