Aktualisiert 21.04.2014 16:00

Plan der Kantone

Neue Alkoholsteuer wegen Koma-Säufern

Mittels Abgabe auf allen alkoholischen Getränken sollen Behandlungskosten von Rauschtrinkern bezahlt werden. Anstatt die Säufer direkt zur Kasse zu bitten.

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Wer sich vorsätzlich stark betrinkt, soll für Heilungskosten selbst aufkommen, verlangt Gesundheitspolitiker Toni Bortoluzzi (SVP/ZH). (Archivbild: Botellon in Zürich, August 2008)

Wer sich vorsätzlich stark betrinkt, soll für Heilungskosten selbst aufkommen, verlangt Gesundheitspolitiker Toni Bortoluzzi (SVP/ZH). (Archivbild: Botellon in Zürich, August 2008)

Die kantonalen Gesundheitsdirektoren wollen eine Abgabe auf allen alkoholischen Getränken erheben – um damit die Kosten für die Behandlung von Komatrinkern zu decken. SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi forderte 2010, dass Rauschtrinker die Behandlungskosten selber übernehmen müssen. Der Vorschlag geht im Mai in die Vernehmlassung.

Schon jetzt wehren sich die Kantone dagegen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Die Gesundheitsdirektoren wollen die Kosten weiterhin den Krankenkassen anlasten. Dafür soll mit einer Lenkungsabgabe auf Alkohol ein Fonds geschaffen werden, der nach Abzug der Behandlungskosten an die Prämienzahler ausgeschüttet wird.

Grund: In der Praxis lasse sich kaum abgrenzen, welche Kosten aufgrund von Komatrinken zustande kämen und welche auf Sucht oder andere Ursachen zurückzuführen seien.

Für Toni Bortoluzzi taugt der Vorschlag nichts. Er sieht darin einfach eine weitere Abgabe, die alle bestrafe und nicht die Verursacher in die Pflicht nehme. Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf ist mit einer ähnlichen Idee schon vor einigen Jahren gescheitert. Sie wollte über eine generelle Preiserhöhung den Alkoholkonsum eindämmen. Nach heftiger Kritik liess sie den Plan fallen.

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