Aktualisiert 08.05.2018 07:35

PH Luzern

Neue App gegen das Vergessen des Holocaust

Die App «Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mit Geflüchteten» unterstützt Jugendliche beim Lernen über den Holocaust. Entwickelt wurde sie in Luzern.

von
Tunya Koch
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Die App bietet den Jugendlichen mittels Kurzfilmen von Zeitzeugen ein digitales Lernangebot. Fünf Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen über ihre Flucht vor dem Holocaust.

Die App bietet den Jugendlichen mittels Kurzfilmen von Zeitzeugen ein digitales Lernangebot. Fünf Zeitzeuginnen und Zeitzeugen erzählen über ihre Flucht vor dem Holocaust.

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Die App wurde in drei Klassen an drei verschiedenen Orten getestet: In Zofingen, Innsbruck und Berlin.

Die App wurde in drei Klassen an drei verschiedenen Orten getestet: In Zofingen, Innsbruck und Berlin.

PH Luzern
Die AppLern-App «Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mitGeflüchteten» sei die erste ihrer Art und wird ab 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, kostenlos im Playstore und Appstore downloadbar sein.

Die AppLern-App «Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mitGeflüchteten» sei die erste ihrer Art und wird ab 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, kostenlos im Playstore und Appstore downloadbar sein.

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Nie sollen die Verbrechen des Holocaust vergessen gehen. Dafür gibts nun eine neue App, entwickelt von der Pädagogischen Fachhochschule Luzern, der FH Vorarlberg und erinnern.at. Die App heisst «Fliehen vor dem Holocaust. Meine Begegnung mit Geflüchteten».

«Am besten liess sich das Thema bisher mit Zeitzeugen vermitteln. Leider sterben immer mehr dieser Menschen, die das Verbrechen der Nazis selber erlebt haben», sagt Peter Gautschi, Professor für Geschichtsdidaktik an der PH Luzern. «Es musste eine neue und einfache Methode für den Unterricht gefunden werden.»

Als Thema der Lern-App wurde «Fliehen vor dem Holocaust» gewählt. Denn: «Dieses Thema bekam in den letzten

Jahren eine neue exemplarische Bedeutung: Erneut werden Menschen vertrieben, in Kriegshandlungen verwickelt, verfolgt, mit dem Tod bedroht und müssen fliehen, um ihr Leben zu retten», schreibt die PH.

Zeitzeugen erzählen über ihre Flucht

Die App ist laut PH die erste ihrer Art und wird ab 8. Mai, dem Jahrestag des Endes des Zweiten Weltkrieges, kostenlos im Playstore und Appstore downloadbar sein. Sie bietet Jugendlichen mittels Kurzfilmen mit Zeitzeugen ein digitales Lernangebot. Fünf Zeitzeugen erzählen über ihre Flucht vor dem Holocaust. Die Flüchtlingsgeschichten sind sehr unterschiedlich: eine vorsorgliche Flucht, eine Flucht wegen Verfolgung oder während des Todesmarsches von KZ-Häftlingen.

Die App funktioniert offline und kann individuell, in der Klasse oder während dem Unterricht genutzt werden. Während der Arbeit mit der App erstellen die Schüler ein persönliches Album, indem sie Wissen sammeln und kommentieren. Die App vermittelt jedoch nicht nur Wissen – mit ihr kann auch gearbeitet werden: Das Album kann einer Person ihrer Wahl, der Gruppe oder der Klassenlehrperson als PDF-Dokument versendet werden.

«Schüler sind von der Lern-App begeistert»

Die App wurde in drei Klassen an drei verschiedenen Orten getestet: Zofingen, Innsbruck und Berlin. «Die Schüler waren begeistert. Wir bekamen fast ausschliesslich positive Rückmeldungen», sagt Gautschi.

Er kann sich gut vorstellen, die App mit weiteren Video-Interviews von Zeitzeugen auszubauen. Eine französische Version für die Westschweiz ist auch in Planung. «Die geschichtliche App könnte auch mit weiteren Themen ergänzt werden. Das ist der Vorteil von Online-Medien, man kann sie laufend aktualisieren.»

Unterstützt wurden die PH Luzern bei der Entwicklung der App vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und erinnern.at, dem Institut für Holocaust Education des Bundesministeriums für Bildung, Wissenschaft und Forschung (BMBWF) in Österreich.

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