Aktualisiert 12.02.2015 06:07

Warnsystem

Neue App warnt Pendler vor Billettkontrollen

Schwarzfahren ohne je gebüsst zu werden. Das verspricht die neue App Achtung Kontrolle. Die Verkehrsbetriebe Zürich finden das gut.

von
Philipp Stirnemann
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Eine seit Ende Januar erhältliche App ermöglicht Nutzern, andere über Billettkontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu informieren.

Eine seit Ende Januar erhältliche App ermöglicht Nutzern, andere über Billettkontrollen in öffentlichen Verkehrsmitteln zu informieren.

20 Minuten
Gleichzeitig wird man auch selber von anderen Nutzern der App vor Billettkontrollen in der Nähe gewarnt.

Gleichzeitig wird man auch selber von anderen Nutzern der App vor Billettkontrollen in der Nähe gewarnt.

20 Minuten
Über Push kann man sich über Kontrollen informieren lassen. Zudem kann man den Umkreis von eingehenden Benachrichtigungen von 500 Metern bis auf fünf Kilometer einstellen.

Über Push kann man sich über Kontrollen informieren lassen. Zudem kann man den Umkreis von eingehenden Benachrichtigungen von 500 Metern bis auf fünf Kilometer einstellen.

iTunes/20 Minuten

Vielleicht kennen Sie die sogenannten «Flitzer-Blitzer»-Warnungen aus Deutschland. Zahlreiche Radiosender informieren ihre Auto fahrende Hörerschaft über Radarkontrollen der Polizei. In der Schweiz gibt es einen derartigen Service nicht, da hierzulande seit 2013 ein Radarwarnungsverbot besteht.

Jetzt hat ein spitzfindiger Tüftler ein ähnliches Warnsystem für den öffentlichen Verkehr entwickelt. Die derzeit nur für iOS-Geräte erhältliche Gratis-App Achtung Kontrolle warnt Passagiere in Tram oder Bus vor Billettkontrollen. Entdeckt hat sie ein aufmerksamer 20-Minuten-Leser.

Nutzer warnen sich gegenseitig

Das Prinzip ist simpel: Fährt man im ÖV und gerät in eine Kontrolle, kann man andere Fahrgäste im Umkreis von bis zu fünf Kilometern über die App warnen. Weil die Anwendung dabei auf Internet und GPS zurückgreift, muss man nichts weiter machen, als die Liniennummer des kontrollierten Verkehrsmittels eintippen, um den «Alarm» auszulösen. Alle App-Nutzer in der Umgebung erhalten dann eine Push-Meldung über die drohende Billettkontrolle.

Da sich Nutzer der Achtung-Kontrolle-App gegenseitig informieren und nicht wie bei den Deutschen «Flitzer-Blitzern» ein Radiosender seine Zuhörer warnt, ist die Nutzung der App auch nicht illegal. Dies bestätigen sowohl die Stadtpolizei als auch die Verkehrsbetriebe Zürich (VBZ) auf Anfrage von 20 Minuten. Für Thomas Rieser, Pressesprecher bei den VBZ, ist die Achtung-Kontrolle-App auch nichts wirklich Neues. Anwendungen in Zusammenhang mit Billett- und Verkehrskontrollen würden immer wieder auftauchen.

VBZ reagieren gelassen

Für Rieser ist die Achtung-Kontrolle-App aus zwei Gründen unproblematisch. Erstens, weil die Kontrollen der VBZ dynamisch seien. «Ich bezweifle, dass die App schnell genug reagieren kann», so der Pressesprecher. Bei stationären Grosskontrollen könne es zwar sein, dass Fahrgäste rechtzeitig über die App gewarnt würden, «allerdings müsste eine Kontrolle sehr lange dauern, und auch dann werden wahrscheinlich nur Einzelne gewarnt», so Rieser.

Zweitens hätte die App für die VBZ sogar etwas Positives: «Sie macht den Fahrgästen bewusst, dass kontrolliert wird.» Denn Billettkontrollen dienten hauptsächlich der Abschreckung und nicht als Geldquelle. Sie sollten die Leute vom Schwarzfahren abhalten. «Die App übernimmt somit eine Präventivfunktion», so der VBZ-Pressesprecher.

Kein öffentliches Verkehrsmittel mehr verpassen:

Wer die aktuellen Abfahrtszeiten einer beliebigen ÖV-Haltestelle in der Schweiz wissen will, kann diese über die neue Website Timeforcoffee.ch abrufen. Ist man auf der Site, muss man lediglich den Namen der gewünschten Haltestelle eingeben, und schon werden einem die nächsten abfahrenden Kurse angezeigt. Der Service funktioniert mit sämtlichen öffentlichen Verkehrsmitteln und Haltestellen in der Schweiz. Entwickelt wurde die simple aber nützliche Site von François Terrier.

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