Aktualisiert 22.06.2013 07:02

Mit Schweizer Hilfe

Neue App zu UNO-Sanktionen

Die UNO geht mit der Zeit und die Schweiz hilft ihr – mit der finanziellen Unterstützung für Apps. Am Freitag wurde die «SanctionsApp» in der Schweizer UNO-Mission in New York vorgestellt.

von
bem
Botschafter Paul Seger zwischen dem Präsidenten der UNO-Generalversammlung von September 2010 bis September 2011, Joseph Deiss, und der damaligen Aussenministerin Micheline Calmy-Rey.

Botschafter Paul Seger zwischen dem Präsidenten der UNO-Generalversammlung von September 2010 bis September 2011, Joseph Deiss, und der damaligen Aussenministerin Micheline Calmy-Rey.

Auch die UNO bedient sich vermehrt der Sozialen Internet-Netzwerke und der Smartphone-Technologie. Die gestern vorgestellte Applikation bietet eine detaillierte Übersicht über alle gezielten UNO-Sanktionen - sogenannte Targeted Sanctions - seit 1991. In 22 Fällen hat die UNO Strafmassnahmen verhängt.

13 davon dauern bis heute an. Es handelt sich dabei um Waffenhandelsverbote, individuelle Reise- und Finanzsperren sowie Transportations- und Verkaufsregelungen gewisser Handelsgüter wie Erdöl oder Technologien.

Mit dem Programm lässt sich nun rasch nachlesen, über welche Staaten von Angola bis Sudan die UNO welche Sanktionen verhängt hat und wie wirksam diese in jedem einzelnen Fall sind. Auch die Sanktionen gegen zwei nichtstaatliche Organisationen - Taliban und Al-Kaida - werden erläutert. Die App zeigt zudem auf, wo die Sanktionen unbeabsichtigte Nebenwirkungen zeigen.

Finanzielle Unterstützung der Schweiz

Entwickelt wurde das Programm vom Targeted Sanctions Consortium, einer Gruppe von über 50 Professoren und Experten aus aller Welt, die die Auswirkungen von UNO-Sanktionen analysieren. Die Schweiz unterstützte die Entwicklung der App finanziell.

Der Schweizer Botschafter in New York, Paul Seger, sagte bei der Vorstellung, er habe die App bereits benutzt. «Sie ist hervorragend gemacht und höchst hilfreich», meinte der Botschafter.

Gemäss einer Mitteilung der Mission in New York unterstützt die Schweiz die Entwicklung einer Reihe von Projekten, die helfen sollen, die Resolutionen des UNO-Sicherheitsrates wirksam umzusetzen.

App für die Deiss-Nachfolger

Laut Seger existieren bis jetzt drei UNO-Apps: Eine zum Thema Frauen und Sicherheit, eine über Kinder in bewaffneten Konflikten und eine über die Rechte der Frauen.

Die Schweiz plane zudem, das zur Zeit in gedruckter Form erhältliche Handbuch für die Präsidentschaft der Generalversammlung als App zu veröffentlichen. Es wurde von der Schweiz entwickelt, als alt Bundesrat Joseph Deiss Präsident der UNO-Generalversammlung war, und es soll seinen Nachfolgern als Leitfaden dienen. (bem/sda)

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