Neue Bewegung in Swissfirst-Affäre
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Neue Bewegung in Swissfirst-Affäre

Die Affäre um die umstrittenen Aktiendeals von Pensionskassen im Vorfeld der Fusion von Swissfirst- und Bellevue-Bank hat am Freitag Folgen gezeigt: Die Oltner Fundamenta-Stiftung gab die vollständige Trennung von Swissfirst bekannt.

Die Gemeinschaftsstiftung Fundamenta übergibt die Verwaltung ihres Anlagevermögens einem andern Finanzinstitut, obwohl sie mit der von Swissfirst erwirtschafteten Performance zufrieden war. Es geht laut Fundamenta-Geschäftsführer Marco Lauber um rund 125 Millionen Franken. Die neue Vermögensverwaltung sei noch nicht bestimmt. Das bei der Fundamenta versicherte Swissfirst-Personal - gegen 80 Personen - wird von einer neuen Personalvorsorgeeinrichtung übernommen.

Der von Ständeratspräsident Rolf Büttiker (FDP/SO) präsidierte Fundamenta-Stiftungsrat, in dem die Swissfirst bisher einen Sitz hatte, wird neu konstituiert. Lauber sagte dazu, man gehe vom einen oder andern Rücktritt aus. Im kommenden Februar plant die Fundamenta-Stiftung eine Orientierungsversammlung für alle rund 200 ihr angeschlossenen Firmen und deren Versicherte.

Siemens-Anlageverwalter weiter in Haft

Gleichentags sagte der Zürcher Staatsanwalt Arno Thürig auf Anfrage der AP, dass der vor drei Wochen festgenommene Anlagechef der Siemens-Pensionskasse weiterhin in Untersuchungshaft ist. Es bestehe immer noch Verdunkelungsgefahr.

Der Portfolio-Manager steht im Verdacht, so genannte Kickback-Zahlungen im Betrag von rund einer halben Million Franken entgegengenommen zu haben, bestreitet dies aber. Die Herkunft der schmiergeldähnlichen Zahlungen wird laut Thürig noch untersucht. Er liess offen, ob ein Zusammenhang mit der Swissfirst-Bank besteht.

Swissfirst hatte vor drei Wochen den Verdacht weit von sich gewiesen, solche Zahlungen geleistet zu haben. Im Zusammenhang mit den Aktienverkäufen laufen weitere Untersuchungen und Ermittlungen, etwa bei der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK) wegen Verdachts auf Insiderhandel. (dapd)

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