Aktualisiert 13.09.2010 16:19

Amok-RentnerNeue Bilder werfen Fragen auf

Wie sieht Peter K. wirklich aus? Die Polizei veröffentlichte heute neue Fahndungsfotos, die einen stutzig machen.

von
Adrian Müller

Deutlicher hätte die Polizei nicht aufzeigen können, wie sehr sie bei der Fahndung nach Peter K. im Dunkeln tappt: Sie veröffentlichte heute an einer Pressekonferenz zwei neue Fahndungsbilder, die einen auf den ersten Blick komplett anderen Menschen als den bisher gesuchten, hageren und grauhaarigen Senioren zeigen (siehe Diashow). Weder der Mediensprecher vor Ort noch die Medienstelle der Kapo Bern konnte bisher die offensichtliche Diskrepanz der Bilder gegenüber 20 Minuten Online erklären.

Seit Donnerstagabend fahndete die Polizei in der Öffentlichkeit mit einem elektronisch bearbeiteten Bild von Peter K. Stellte sich nun die Frage: Hat die Polizei fünf Tage nach der falschen Person gesucht?

Flugblätter in den Jurahöhen

Am Nachmittag teilte die Kapo Bern mit, dass auch fünf Tage nach Beginn des Dramas jede Spur von Peter K. fehle. «In einer in der Geschichte der Kapo Bern einzigartigen Aktion werfen wir nun in der Region Biel und den Jurahöhen Flugblätter ab», sagte Peter Giger, Leiter Prävention bei der Kapo Bern. Auf denen wendet sich «Bobi», der Bekannte von Peter K., in einem Appell direkt an den flüchtigen Rentner. «Es stellt sich die Frage, ob Peter K. überhaupt noch am Leben ist», sagte Kripochef Christoph Kipfer. Aufgrund der Tagebücher wisse man, dass der Amok-Rentner am 8. September seinen Tod eingeplant habe. Es sei aber durchaus möglich, dass er sich einen Plan B überlegt habe.

Kompliziertes Mosaik

«Wir möchten Peter K. kennenlernen», sagte Kipfer weiter. Der Mann habe keine Hobbies, sei in keinem Verein und habe keine Vorlieben. Die Polizei setze derzeit ein kompliziertes Mosaik zusammen, welches nur aus wenigen Informationen bestünde. «Peter K. hat eine Mission. Wir wissen aber nicht welche und wie er sie umsetzt», so Kipfer. Derzeit werde das Haus und der Garten bis ins letzte Detail untersucht. «Wir dürfen nichts übersehen», sagte Kipfer weiter. Er sei weiterhin überzeugt, dass sich die Aggressionen von Peter K. nicht gegen die Bevölkerung, sondern gegen Behörden, Justiz und Polizei richte. «Peter K. wird nicht plötzlich zum Heckenschützen oder Guerilla-Krieger.»

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