Italien und Deutschland: Neue Corona-Mutationen in Nachbarländern nachgewiesen
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Italien und DeutschlandNeue Corona-Mutationen in Nachbarländern nachgewiesen

Unweit der Schweizer Grenze wurde in einem norditalienischen Dorf eine neue Corona-Mutation entdeckt. Währenddessen tauchte eine bereits bekannte zum ersten Mal in Deutschland auf.

von
Philippe Coradi
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Zum ersten Mal wird die Mutation B.1.525 in Deutschland nachgewiesen, aufgrund einer Probe eines Reisenden am Flughafen BER.

Zum ersten Mal wird die Mutation B.1.525 in Deutschland nachgewiesen, aufgrund einer Probe eines Reisenden am Flughafen BER.

Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dp
Das Dorf Viggiu ist nur gut neun Kilometer von Mendrisio entfernt. Die dort neu entdeckte Mutation wird derzeit gründlich untersucht. 

Das Dorf Viggiu ist nur gut neun Kilometer von Mendrisio entfernt. Die dort neu entdeckte Mutation wird derzeit gründlich untersucht.

Darum gehts

  • In Norditalien ist eine bisher unbekannte Corona-Mutation entdeckt worden.

  • Gleichzeitig wurde in Deutschland die Variante B.1.525 nachgewiesen.

  • In der Schweiz werden die relevanten Corona-Varianten beobachtet und nach Kategorien eingestuft.

Gestern wurde bekannt, dass im norditalienischen Dorf Viggiu eine neue Mutation des Corona-Virus an fünf Bewohnern entdeckt wurde. Das Virusmaterial wird nun vertieft untersucht. Gesundheitsdirektor der «Ats Insubria», Giuseppe Catanasio, sagt gegenüber dem «Corriere del Ticino»: «Es könnte sich um eine scheiternde Variante handeln, das heisst, sie ist nicht in der Lage, eine grössere Infektiosität zu entwickeln. Sie ist daher dazu bestimmt zu verschwinden, oder aber das Gegenteil.» Aber er werde die Bevölkerung von Viggiu ständig überwachen. Catanasio weist weiters darauf hin, dass in dem Dorf keine weiteren positiven Fälle für diese spezifische Mutation gefunden wurden. Auch andernorts in Italien gäbe es keine Erkenntnisse für weitere Fälle.

Das Dorf, das gut neun Kilometer von Mendrisio entfernt ist, hatte einen besonders weit verbreiteten Ausbruch zu beklagen. Darum haben sich die Behörden dazu entschlossen, Viggiu als erstes Dorf in Italien so schnell als möglich durchzuimpfen.

Mutation über Flughafen eingereist

Gleichzeitig hat das Diagnostik-Unternehmen Centogene zum ersten Mal die Mutation B.1.525 in Deutschland nachgewiesen, aufgrund einer Probe eines Reisenden am Flughafen BER. Diese Mutation kombiniert laut dem Unternehmen die Eigenschaften der britischen, brasilianischen und südafrikanischen Variante. Peter Bauer, Chief Genomic Officer von Centogene sagt gegenüber der Fachzeitschrift «Transkript»: «Es ist daher gut möglich, dass sie ansteckender ist als andere Varianten, die jede für sich bereits eine höhere Infektionsrate aufweist als der Wildtyp.» B.1.525 wurde bereits in 19 Ländern circa 280 Mal nachgewiesen, etwa in Dänemark, Italien, Nigeria, Norwegen, Kanada und den USA. Erstmals wurde sie Mitte Dezember in Grossbritannien nachgewiesen.

Schweiz – viele Fälle der Grossbritannien-Mutation

In der Schweiz gibt es noch keine Informationen über eine Ansteckung mit einer dieser zwei Varianten. Am meisten Ansteckungen durch eine Variante vermeldete das BAG von der Mutation B.1.1.7 (501Y.V1). In der Schweiz haben sich bisher 4194 Personen damit angesteckt. Sie wurde erstmals im November 2020 in Grossbritannien nachgewiesen. Bei dieser Variante besteht laut dem BAG erhöhte Wiederansteckungsgefahr und keine Sicherheit, dass die verfügbaren Impfungen genügend dagegen schützen

Weiter werden die Varianten S:N501Y- und E484K-Mutation beinhaltend beobachtet (bisher 272 Fälle), sowie B.1.351 (501Y.V2) aus Südafrika (172 Fälle). Von der brasilianischen Variante P.1 (501Y.V3) sind bisher sechs Fälle bekannt. Alle werden als «besorgniserregend» eingestuft.

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Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

BAG-Infoline Covid-19-Impfung, Tel. 058 377 88 92

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

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