USA: Variante XBB.1.5 breitet sich in den USA aus

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XBB.1.5Neue Corona-Variante breitet sich rasant aus

In den USA geht ein Grossteil der neuen Corona-Infektionen auf die neue Sars-CoV-2-Variante XBB.1.5 zurück. Sie dürfte die Immunabwehr besser umgehen.

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In den USA gehen derzeit mehr als 40 Prozent der neuen Covid-19-Fälle auf eine Ansteckung mit der Variante XBB.1.5 zurück.

In den USA gehen derzeit mehr als 40 Prozent der neuen Covid-19-Fälle auf eine Ansteckung mit der Variante XBB.1.5 zurück.

REUTERS
Dies zeigen die aktuellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Dies zeigen die aktuellen Zahlen der US-Gesundheitsbehörde CDC.

Screenshot Cdc.gov
Der Epidemiologe Eric Feigl-Ding hat auf seinem offiziellen Twitter-Handle eine Modellrechnung veröffentlicht, wonach sich XBB.1.5 um 120 Prozent schneller verbreitet als die bisher dominante Variante BQ.1.

Der Epidemiologe Eric Feigl-Ding hat auf seinem offiziellen Twitter-Handle eine Modellrechnung veröffentlicht, wonach sich XBB.1.5 um 120 Prozent schneller verbreitet als die bisher dominante Variante BQ.1.

Twitter/@DrEricDing

Darum gehts

  • XBB.1.5 ist eine neue Subvariante von Omikron.

  • Derzeit ist sie für über 40 Prozent der Covid-19-Fälle in den USA verantwortlich.

  • Sie kann dem Immunsystem offenbar besser ausweichen als andere Varianten.

  • Allerdings deutet nichts darauf hin, dass XBB.1.5 zu schwereren Krankheitsverläufen führt.

  • Studien zeigen, dass die aktuellen Booster auch einen gewissen Schutz gegen XBB.1.5 bieten.

Die erst seit kurzem bekannte Corona-Virus-Variante XBB.1.5 löst aufgrund ihrer schnellen Ausbreitung in den USA auch in Europa Sorgen aus. Mehr als 40 Prozent der Covid-19-Fälle in den USA werden inzwischen durch Omikron XBB.1.5 verursacht, wie Daten der US-Gesundheitsbehörde CDC bestätigen.

Der Epidemiologe Eric Feigl-Ding hat auf seinem offiziellen Twitter-Handle eine Modellrechnung veröffentlicht, wonach sich XBB.1.5 um 120 Prozent schneller verbreitet als die bisher dominante Variante BQ.1 (siehe Bildstrecke). In der Schweiz ist BQ.1 die derzeit verbreitetste Variante. XBB.1.5 taucht auf dem Corona-Dashboard des BAG bisher nicht auf. Feigl-Ding hat Omikron XBB.1.5 aufgrund seiner hochgradig ansteckenden und immunflüchtenden Natur als das «nächste grosse Ding» bezeichnet.

XBB.1.5 führt nicht zu schwereren Verläufen

Bislang gebe es keine Anzeichen dafür, dass XBB.1.5 schwerere Krankheitsverläufe verursache als andere Omikron-Varianten, sagte Dr. Barbara Mahon, Direktorin der CDC-Abteilung für Coronaviren und andere Atemwegsviren, zu NBC News. Auch Richard Neher, Leiter der Forschungsgruppe Evolution von Viren und Bakterien am Biozentrum der Universität Basel, sagte der Deutschen Presse-Agentur, ihm seien keine Hinweise bekannt, dass XBB.1.5 zu schwereren Krankheitsverläufen führe.

XBB.1.5 ist ein Verwandter der Omikron-Variante XBB, die eine Rekombination der Omikron-Untervarianten BA.2.10.1 und BA.2.75 ist. Die Variante zeichne sich durch die Mutation F486P im sogenannten Spikeprotein aus, so Neher. Das ist der Teil des Virus, mit dem es sich an menschliche Zellen bindet. «Diese Mutation verbessert möglicherweise die Bindung an den Rezeptor ACE2 auf menschlichen Zellen. Was genau dies bedeutet, ist aber nicht klar», betonte Neher.

XBB weicht dem Immunsystem besser aus

Da XBB.1.5 eine neue Variante ist, ist noch vieles unbekannt. Im Labor durchgeführte Studien haben ergeben, dass XBB in der Lage ist, Antikörpern aus früheren Covid-Infektionen oder Impfungen besser zu entgehen. Das bedeutet, dass jemand, der dem Virus ausgesetzt ist, mit grösserer Wahrscheinlichkeit erkrankt oder erneut infiziert wird und Symptome zeigt. «Es ist klar, dass XBB dem Immunsystem ausweicht», sagte Isaach Bogoch, Arzt für Infektionskrankheiten und Epidemiologe an der Universität Toronto, zu NBC News.

In Anbetracht der mit der Schweiz vergleichbaren hohen Immunität der Bevölkerung in den USA – entweder durch Infektion, Impfung oder beides – hoffen Bogoch und andere, dass es, selbst wenn die Zahl der Fälle deutlich ansteigt, nicht zu einem dramatischen Anstieg der Krankenhauseinweisungen oder Todesfälle kommen wird, wie dies bei früheren Wellen der Fall war. Trotzdem schrieb der deutsche Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu den US-Zahlen auf Twitter: «Das muss man beobachten.»

Wirken Covid-Impfstoffe gegen XBB.1.5?

Die Experten sind sich einig, dass eine Auffrischungsimpfung mit den bivalenten Impfstoffen entscheidend ist, um das Immunsystem gegen die neueren Subvarianten zu stärken. Das BAG und die Eidgenössische Impfkommission empfehlen die Auffrischimpfung allen Personen zwischen 16 und 64 Jahren. Bivalente Impfstoffe zielen auf das ursprüngliche Coronavirus (Wuhan-Stamm) und die Omikron-Variante BA.1 (Schweiz) oder die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 (Deutschland und Österreich) ab.

Eine Studie, die letzte Woche im «New England Journal of Medicine» veröffentlicht wurde, ergab, dass die Covid-Auffrischungsimpfungen von Moderna und Pfizer/Biontech (in den USA gegen das ursprüngliche Coronavirus und die Omikron-Variante BA.5) die Antikörperreaktionen auf viele Untervarianten von Omikron, einschliesslich der XBB-Variante, verstärken. Obwohl der bivalente Booster nicht perfekt ist, bietet er einen zusätzlichen Schutz gegenüber den bisherigen Impfstoffen, die sich nur gegen einen einzigen Stamm richteten. «Die Resultate bedeuten, dass die bivalenten Booster so arbeiten, wie sie sollen», sagte Co-Autor Mehul Suthar vom Emory Vaccine Center der Emory University.

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(sp/jcg)

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