Aktualisiert 01.07.2013 21:08

Verseuchtes Wasser

Neue Dialyse-Maschine für kranke Hunde

Vom Chihuahua
bis zum Bernhardiner: Weil Hunde aus Pfützen trinken, landen sie in der Länggasse an der Dialyse.

von
Christian Holzer
Terrier Speedy hat sich an einer Pfütze den Leptospirose-Erreger eingefangen und muss an den Tropf.

Terrier Speedy hat sich an einer Pfütze den Leptospirose-Erreger eingefangen und muss an den Tropf.

Kaum steigen die Temperaturen, schnellen auch die Patientenzahlen im Tierspital Bern in die Höhe. Grund: Hunde stecken sich bei heissem Wetter vermehrt mit dem todbringenden Leptospirose-Erreger an. Diese holen sich die Vierbeiner, wenn sie aus einer warmen Pfütze trinken. «Die Bakterien können zu Nieren- und Leberversagen oder Lungenblutungen führen», sagt Tier-Oberarzt Thierry Francey.

Die Kleintierklinik ist für die infizierten Vierbeiner die letzte Rettung. Denn in der Läng­gasse stehen die zwei einzigen Tier-Dialysemaschinen der Schweiz. Diese reinigen das Blut, bis die Medikamente wirken.

Ein Patient ist Terrier Speedy (Bild). Dem 7-jährigen Rüden wird das Blut zum dritten Mal gereinigt. Obschon er in kritischem Zustand in die Klinik eingeliefert wurde, stehen seine Überlebenschancen gut. Francey: «80 Prozent unserer Dialyse-Patienten kommen durch.»

Neue Maschine gekauft

Trotz der teuren Behandlung von bis zu 6000 Franken hat die Tierklinik ­regen Zulauf – in Spitzen­monaten sind es bis zu 20 Hunde, denen mehrmals das Blut gereinigt wird. «Wir mussten letzten Sommer Patienten ins Ausland verlegen, weil wir ­keine freien Maschinen mehr hatten», so Francey. Damit dies nicht erneut passiert, hat das Tierspital für 45 000 Franken eine zusätzliche Maschine gekauft.

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