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Neue Dimension des Spickens

Sie haben Ihr Abschlussexamen schon gemacht? Schade - denn jetzt gibt es die unsichtbare, drahtlose Abhörwanze von ExamEar, die die alte Kunst des Spickens revolutioniert.

Lernen? Vergessen Sies! Mit dem Ohrfloh der kanadischen Firma ExamEar können Schüler Informationen auf ihrem MP3-Player aufnehmen und diese während eines Examens abhören. Aber auch Live-Support ist möglich: Das Gerät ermöglicht via Handy den Kontakt mit einem Helfer ausserhalb des Prüfungszimmers. Fragen werden in ein verstecktes Mini-Mikrofon geflüstert, das sie per BlueTooth ans Handy überträgt. Die Antworten flüstert der Helfer dann dem Prüfling über den Ohrknopf ein.

ExamEar bietet drei Modelle von rund 200 bis ca. 340 Franken an und verspricht den Kunden, dass sie «nie mehr Angst haben müssen, bei der Verwendung von alten Papier-Techniken erwischt zu werden».

Illegal bleibt illegal

Risikolos ist die Verwendung solcher Hilfsmittel dennoch nicht: Wer bei einer wichtigen Prüfung beim Betrügen erwischt wird, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen. Und die Schulen werden sich auf solche neuen Techniken einrichten: Ohrkontrollen vor der Prüfung könnten den Anfang machen und längerfristig werden dann wohl technische Mittel zur Störung elektronischer Spickhelfer zur Verwendung kommen.

Unzulässige Werbeversprechen

Die Website von EarExam ist zur Zeit übrigens down: Ausser dem Hinweis «under construction» findet sich nichts. Möglicherweise hat die Firma dem Druck der britischen Prüfungsaufsicht QCA nachgegeben, die angekündigt hat, jede Möglichkeit zu nutzen, um gegen den Anbieter vorzugehen. Die Werbeversprechen des Unternehmens seien unzulässig. Trotzdem warnen die Prüfungskommissionen in Grossbritannien vor dem drahtlosen Apparätchen, das dort bereits an den Schulen eingesetzt wird, wie die britische Zeitung «Daily Mail» berichtet.

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