Bern: Neue Drogenabgabestelle soll Reitschule entlasten
Aktualisiert

BernNeue Drogenabgabestelle soll Reitschule entlasten

Die Berner Stadtregierung möchte eine zweite Drogenanlaufstelle schaffen. Damit soll die Reithalle entlastet werden. Die Finanzierung ist allerdings noch unklar.

Der Fixerraum in Anlauftstelle an der Berner Hodlerstrasse soll bald nicht mehr der einzige in der Stadt Bern sein.

Der Fixerraum in Anlauftstelle an der Berner Hodlerstrasse soll bald nicht mehr der einzige in der Stadt Bern sein.

Keystone/Marcel Bieri

In einer Mitteilung von Donnerstag stellt der Gemeinderat klar, dass der Betrieb der Kontakt- und Anlaufstelle für Drogenabhängige (K+A) an der Hodlerstrasse vis à vis der Berner Schützenmatte gut funktioniere. Diese stelle «für die unmittelbare Umgebung» in der Schützenmatte aber auch «eine Belastung» dar.

Im Rahmen eines Pilotprojekts will der Gemeinderat nun prüfen, ob und wie mit einem zweiten Standort der Perimeter Bollwerk/Schützenmatte/Reithalle entlastet werden könne.Bis zum Start des Pilotprojekts wird es wohl aber noch dauern. «Zuerst müssten noch geeignete Standorte gefunden werden», heisst es in der Mitteilung weiter.

Drogenszene auf Schütz eindämmen

Die Aufsplittung des Angebots auf zwei Standorte müsse zudem mit genügend zeitlichen, personellen und finanziellen Ressourcen ausgestattet sein. «Zum heutigen Zeitpunkt ist offen, welche zusätzliche Kosten anfallen und wie diese gedeckt würden.»

Die Schaffung einer zweiten Anlaufstelle ist seit Jahren ein Thema in der Stadtberner Politik. Dies auch, weil zeitweilig zu viele Süchtige die Anlaufstelle an der Hodlerstrasse aufsuchten – und sich auf der Schützenmatte eine Art offene Drogenszene entwickelte.

Unterdessen hat sich die Situation zwar etwas entschärft. Die Betreiber der Reitschule wiesen aber in den letzten Monaten und Jahren mehrfach darauf hin, dass die Situation auf dem Vorplatz und auf der Schützenmatte noch immer untragbar sei und eine zweite Anlaufstelle Verbesserungen bringen könnte.

Kanton zahlt bestehende Anlaufstelle

Die bestehende Anlaufstelle befindet sich seit 2001 an der Hodlerstrasse 22. Sie wird von der Stiftung Contact im Auftrag der bernischen Gesundheits- und Fürsorgedirektion (GEF) betrieben, welche vollumfänglich die Betriebskosten trägt. Für die Sicherheit und Ordnung in der Umgebung ist die Stadt Bern verantwortlich.

In der Anlaufstelle können Drogenkonsumentinnen und -konsumenten die mitgebrachten Drogen unter kontrollierten, hygienischen Bedingungen zu sich nehmen. Fachpersonen gewährleisten die medizinische Grundversorgung sowie die Versorgung mit sauberem Spritzenmaterial.

(SDA)

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