Räumung des Munitionslagers  – Neue Gefahrenzonen – nur ein Teil der Bewohner muss Mitholz verlassen

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Räumung des Munitionslagers Neue Gefahrenzonen – nur ein Teil der Bewohner muss Mitholz verlassen

Der Bund hat das Gebiet von Mitholz in verschiedene Gefahrenstufen unterteilt. Einigen Bewohnerinnen und Bewohnern wird der Umzug erspart bleiben.  

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Bewohnerinnen und Bewohner im grünen Bereich können bleiben, jene im roten und gelben müssen weg: Karte mit den abgestuften Gefahrenzonen. 

Bewohnerinnen und Bewohner im grünen Bereich können bleiben, jene im roten und gelben müssen weg: Karte mit den abgestuften Gefahrenzonen. 

VBS
Die Umzüge müssen bis spätestens 2030 abgeschlossen sein.

Die Umzüge müssen bis spätestens 2030 abgeschlossen sein.

Tamedia AG / Beat Mathys
Für den Bau der Schutzbauten für Strasse und Bahn müssen erste Bewohnerinnen und Bewohner jedoch bereits 2025 ihre Häuser verlassen.

Für den Bau der Schutzbauten für Strasse und Bahn müssen erste Bewohnerinnen und Bewohner jedoch bereits 2025 ihre Häuser verlassen.

20min/Simon Glauser

Darum gehts

  • Der Bund informierte die Mitholzer Bevölkerung am Mittwoch darüber, in welcher Gefahrenzone sich ihre Liegenschaft befindet. 

  • Aufgrund der abgestuften Gefahrenzonen müssen nicht alle Bewohnerinnen und Bewohner Mitholz verlassen.

  • Teile des Dorfes können zudem weiterhin landwirtschaftlich bewirtschaftet werden.

Im Zusammenhang mit der Räumung des ehemaligen Munitionslagers müssen nicht alle Mitholzerinnen und Mitholzer ihr Dorf verlassen, wie aus einer Mitteilung des Eidgenössischen Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) hervorgeht. Möglich machen das abgestufte Gefahrenstufen und die Definition dreier Zonen, sogenannter Perimeter. 

Im gesicherten Anlageperimeter, der den verschütteten ehemaligen Bahnstollen sowie den direkt angrenzenden Schuttkegel vor der Anlage umfasst, gelten besondere Zugangsbeschränkungen mit Eintritt nur für berechtigte Personen. Auch im Sicherheitsperimeter, der erweiterten Gefahrenzone, ist keine dauerhafte Wohnnutzung möglich. Hingegen wird hier eine landwirtschaftliche Bewirtschaftung unter Auflagen möglich sein. Im Evakuationsperimeter schliesslich ist Leben und Wohnen weiterhin erlaubt. Allerdings müssen die Bewohnerinnen und Bewohner auch hier mit temporären Evakuierungen rechnen.

Nationalstrasse zum Teil im Berg

Die Umzüge müssen bis spätestens 2030 abgeschlossen sein. Für den Bau der Schutzbauten für Strasse und Bahn müssen erste Bewohnerinnen und Bewohner jedoch bereits 2025 ihre Häuser verlassen. Bereits ab Beginn der Vorbereitungsmassnahmen müsse in diesem Gebiet jedoch mit temporären Evakuierungen gerechnet werden, mahnt das VBS. Grossbaustellen mit schwerem Material seien unerlässlich, weshalb die Bewohnerinnen und Bewohner im gesamten Evakuationsperimeter von Lärm, Staub und Erschütterungen betroffen sein würden. «Diese unvermeidlichen Beeinträchtigungen verringern die Lebensqualität in Mitholz für die Dauer bis zum Abschluss der Räumung.» 

Zum Schutz der Nationalstrasse während der Räumung soll der bestehende Lawinenschutztunnel in Richtung Frutigen verlängert werden. Diese Schutzbaute werde nach Abschluss der Räumung als Ortsumfahrung bestehen bleiben. Der im Fels erstellte Tunnelteil tangiere nur wenige Gebäude und ermögliche eine kompakte Baustellensituation, so das VBS. Weiter spreche für diese Variante, dass sich diese gut ins Orts- und Landschaftsbild einfüge. 

Die Räumung- und Entsorgungsinfrastruktur sowie die weiteren Installationen würden viel Platz in Anspruch nehmen. Gleichzeitig sei es dem VBS ein grosses Anliegen, die Landwirtschaftsflächen im engen Tal so weit als möglich für die Bewirtschaftung zu erhalten.

Räumung in Mitholz

Im zweiten Weltkrieg war in Mitholz (Gemeinde Kandergrund) ein unterirdisches militärisches Munitionslager gebaut worden. 1947 kam es darin zu Explosionen, wobei neun Menschen ums Leben kamen. Explodiert war ein Teil der eingelagerten rund 7000 Bruttotonnen Munition. Ein weiterer Teil konnte daraufhin geräumt werden. Aufgrund einer Schätzung befinden sich in den eingestürzten Anlageteilen und im Schuttkegel davor noch bis zu 3500 Bruttotonnen Munition mit mehreren Hundert Tonnen Sprengstoff. Im Dezember 2020 beschloss der Bundesrat, dass die Munitionsrückstände spätestens ab 2031 geräumt werden sollen. Dann muss ein Teil der Mitholzer Bevölkerung ihr Zuhause aus Sicherheitsgründen für lange Zeit, vielleicht sogar für immer, verlassen.

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(sul)

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