VBL Linie 1: Neue Gelenkbusse sind grösser und schneller
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VBL Linie 1Neue Gelenkbusse sind grösser und schneller

Die VBL hat neue Doppelgelenkbusse für die Linie 1. So sollen mehr Pendler transportiert, die Fahrzeit verringert und die Zuverlässigkeit in der Rush Hour erhöht werden.

Noch im Juni wird der erste von insgesamt neun neuen Doppelgelenk-Trolleybussen auf der Linie 1 (Kriens-Luzern-Maihof) seinen Betrieb aufnehmen. Mit den 25 Meter langen Bussen, die tramähnlich aussehen, soll die Zuverlässigkeit und die Kapazität erhöht werden.

Die Linie 1 von Kriens nach Luzern ist mit fast 10 Millionen Passagieren pro Jahr die meistfrequentierteste Buslinie der ganzen Zentralschweiz. Dementsprechend rüsten die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL) diese Buslinie nun auch mit kapazitätsstarken Fahrzeugen aus, und zwar mit neuen Doppelgelenk-Trolleybussen, die Platz für je 220 Passagiere bieten. Die Fahrzeuge verfügen über 56 Sitzplätze und 164 Stehplätze. Sie können gegenüber den heutigen Anhängerzügen rund 25 Prozent mehr Passagiere befördern. Der erste Bus wird noch im Juni in Betrieb genommen, die anderen acht sollten bis Ende Oktober einsatzbereit sein.

Die heute im Einsatz stehenden Anhängerzüge werden in den kommenden Monaten grösstenteils ausgemustert. Zehn Zugfahrzeuge konnte VBL zu einem symbolischen Preis nach Chile verkaufen.

Neues Design, neue Farbe

Die neuen Fahrzeuge heben sich nicht nur durch ihre tramähnliche Form von der bestehenden Flotte ab. Auch die Farbgebung ist neu. Zwar dominieren noch immer die Farben blau und weiss, neu wurde aber auch die Farbe rot integriert. «Damit wollen wir klar erkennbar machen, dass es sich bei der Linie 1 um die frequenzstärkste öV-Linie handelt», sagte VBL-Direktor Norbert Schmassmann am Donnerstag an der Präsentation des neuen Fahrzeugs.

Die VBL erhöhen mit den neuen Doppelgelenktrolleybussen den Bestand der grossen Fahrzeuge auf 12. Dafür investiert das Unternehmen 12,75 Millionen Franken.

Die neuen Doppelgelenker sind anders als andere Trolleybusse nicht mehr mit einem Dieselnotfahraggregat ausgerüstet: Sie fahren voll elektrisch. Für Notfahtren steht neu eine Batterie zur Verfügung.

Schnellere Busse

Die neuen Busse sind Teil des RBus-Systems. Der Buchstabe R steht für rapid (englisch: schnell). Mit dem neuen Konzept sollen mehr Passagiere zuverlässiger befördert werden. Die heutige Fahrzeit von 30 Minuten von einer Endstation zur anderen soll im Schnitt um 10 Prozent abnehmen.

Durch den Ausbau des Angebots, des Rollmaterials und der Infrastruktur wollen der Kanton, die betroffenen Gemeinden, die VBL und der Verkehrsverbund Luzern (VVL) den RBus schrittweise zu einem tramähnlichen Nahverkehrssystem für die Agglomeration Luzern machen.

Eine ebenfalls am Donnerstag vorgestellte Studie der Hochschule Luzern und des VVL zeigt die Wichtigkeit des neuen Bussystems. RBus kann laut Studie das prognostizierte Wachstum von 20 Prozent noch gut tragen und hält sogar knapp einem Wachstum von 40 Prozent stand. Dies entspricht einer Spitzennachfrage von 1800 Passagieren pro Fahrstunde.

Auch für die Linie 6 (Büttenenhalde - Luzern - Matthof) und Linie 8 (Würzenbach - Luzern Bahnhof - Hirtenhof) erachtet das Forschungsteam das System RBus als sinnvoll. Zuerst aber soll die Linie 1 bis nach Ebikon bis 2018 verlängert werden.

(SDA)

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