Neue Grossspende für Pfarrer Sieber
Aktualisiert

Neue Grossspende für Pfarrer Sieber

Die 2004 tief in die roten Zahlen geratenen Sozialwerke des Zürcher Obdachlosenpfarrers und Ex-Nationalrats Ernst Sieber stehen wieder deutlich besser da.

Die Schuldenlast ist massiv gesunken, Mitte Jahr soll die Sanierung abgeschlossen sein.

«Entwicklung in die richtige Richtung», titelten die Sozialwerke (SWS) am Dienstag ihre Medienmitteilung zum Zwischenstand der Sanierung. Der Liquiditätsengpass, der letztes Jahr bis zu 2,4 Millionen Franken erreichte, sei deutlich abgebaut worden.

Deutlich weniger Schulden

Er belaufe sich zurzeit noch auf rund 600 000 Franken, sagte Stiftungsrat Paul Wellauer auf Anfrage der sda. Zur deutlichen Entspannung hätten wesentlich höhere Spendeneingänge und ausserordentliche Unterstützungsbeiträge der Kirchen beigetragen.

So gingen 2004 neben den erwarteten rund 5,5 Millionen Franken Spenden, Legaten oder Erbschaften rund 800 000 Franken mehr Spenden ein. Ferner sprach die evangelische Landeskirche des Kantons Zürich Sanierungsbeiträge von rund 250 000 Franken, und bei der Landeskirche gingen von einem Einzelspender 1 Million Franken ein.

Neue Einzelspende von 300 000 Franken

Zusätzlich meldete der evangelische Kirchenrat am Dienstag eine neue Einzelspende in der Höhe von 300 000 Franken. Von den insgesamt 1,3 Millionen Franken, welche die Landeskirche treuhänderisch verwaltet, gingen bisher 300 000 an die Stiftung.

Weitere Zahlungen macht die Kirche vom Fortschritt der Sanierung abhängig. Gespräche dazu sind im März vorgesehen. Kirche und Stiftungsrat zeigten sich aber auf Anfrage zuversichtlich, dass die Stiftung die Bedingungen für weitere Zahlungen erfüllen kann.

Laut Wellauer sind die einzelnen Betriebe der Sozialwerke nach den Vorgaben der kantonalen Stiftungsaufsicht durchleuchtet worden. Synergien sollen künftig besser genutzt und die Kosten entsprechend reduziert werden. Einzelne Betriebe - unter anderem der von Ernst Sieber initiierte «Pfuusbus» - werden ausgelagert.

«Auf gutem Weg»

Die Sozialwerke sind laut Wellauer «auf gutem Weg». Es stehe jetzt fest, «dass es diese auch künftig geben wird». Noch bei zwei Gläubigern bestehen offene Forderungen gegenüber den SWS: Für die zweite Säule ihrer rund 140 Mitarbeiter schulden die SWS der Pensionskasse Winterthur Columna rund 600 000 Franken.

Ein wesentlich kleinerer Betrag sei bei einem anderen Schuldner noch offen. Wellauer betont, dass diese Schulden jedoch durch weitere Zahlungen aus den Grossspenden an die Kirche getilgt werden können. Für 2005 sehen die SWS ein ausgeglichenes Budget vor.

Bis Mitte Jahr soll ein neuer Geschäftsleiter gefunden und der Stiftungsrat wieder vollzählig sein. Wegen der finanziellen Turbulenzen waren zuerst der Gründer Ernst Sieber und danach dessen Ehefrau Sonja Sieber aus dem Leitungsgremium zurückgetreten, um den organisatorischen Neuanfang zu erleichtern.

(sda)

Deine Meinung