Aktualisiert 23.02.2011 20:22

VorschlagNeue Gymnasien sollen die S-Bahn entlasten

Die S-Bahnen sind zu den Stosszeiten voll. Um sie zu entlasten, schlägt eine Forschungsarbeit vor, vier neue Gymnasien auf dem Land zu bauen.

von
Regina Ryser
Im morgendlichen S-Bahn-Verkehr sind viele Pendler Gymischüler. (SBB)

Im morgendlichen S-Bahn-Verkehr sind viele Pendler Gymischüler. (SBB)

Tausende pendeln zwischen 7 und 8 Uhr nach Zürich – darunter auch zahlreiche Kanti­schüler. In den Zügen am rechten und linken Zürichseeufer machen die Gymnasiasten über 50 Prozent der Fahrgäste aus, wie eine Forschungsarbeit der Universität Freiburg nun aufzeigt. Der Verfasser, Cyril Lilienfeld, ist überzeugt: «Züge nach Zürich könnten enorm entlastet werden, wenn ein Teil der Kantischüler in die entgegengesetzte Richtung fahren würde.»

Er schlägt deshalb vor, vier Gymnasien von den Städten Winterthur und Zürich nach Dielsdorf, Affoltern sowie in die Bezirke Meilen und Horgen zu verlegen. Kosten würde der Bau von vier Schulhäusern laut Lilienfeld 320 Millionen Franken. Dafür hätte der ZVV weniger Passagiere und müsste zehn Jahre lang nicht in seine Infrastruktur investieren – er könnte so 600 Millionen Franken sparen. «Das Unternehmen ist auf den ersten Blick zwar kostspielig und aufwendig, lohnt sich aber längerfristig», erklärt Lilienfeld. Schliesslich könne das S-Bahn-Netz nicht unendlich ­ausgebaut werden. Hinzu kommt: «Unsere Untersuchungen zeigen, dass viele Eltern, die auf dem Land leben, ihre Kinder nicht ins Gymnasium schicken, weil sie den langen Weg scheuen», sagt Professor Reiner Eichenberger, der die Forschungsarbeit betreut hat.

Beim Mittelschulamt stösst die Idee laut dem stellvertretenden Amtschef Hans Jörg Höhener auf wenig Begeisterung: «In ­finanziell schwierigen Zeiten ­investieren wir besser in den Unterricht als in teure Baupro­jekte.»

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