Curiosity: Neue Hinweise auf Wasser auf dem Mars
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CuriosityNeue Hinweise auf Wasser auf dem Mars

Auf dem Mars könnte es an der Oberfläche flüssiges Wasser geben. Möglich macht das eine Substanz, die den Gefrierpunkt des Wassers senkt.

von
jcg
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Der Beweis: Radarbilder zeigen, dass es Eiszeiten auf dem Roten Planeten gegeben hat. (26. Mai 2016)

Der Beweis: Radarbilder zeigen, dass es Eiszeiten auf dem Roten Planeten gegeben hat. (26. Mai 2016)

Screenshot SWRI
Mitte April 2015 berichteten Wissenschaftler, dass auf dem Mars nahe der Oberfläche flüssiges Wasser existieren könnte. Sie haben Perchlorate gefunden, die ähnlich wie Streusalz den Gefrierpunkt des Wassers senken und es flüssig machen. Im Bild: Der Gale-Krater, wo Forscher Spuren entdeckten, die auf früheres Wasser hindeuten.

Mitte April 2015 berichteten Wissenschaftler, dass auf dem Mars nahe der Oberfläche flüssiges Wasser existieren könnte. Sie haben Perchlorate gefunden, die ähnlich wie Streusalz den Gefrierpunkt des Wassers senken und es flüssig machen. Im Bild: Der Gale-Krater, wo Forscher Spuren entdeckten, die auf früheres Wasser hindeuten.

NASA/JPL/MSSS
Nach der Mars-Ratte und dem menschlichen Oberschenkelknochen sorgte Ende Januar 2015 eine weitere Erscheinung auf einem Curiosity-Bild für Aufregung. Links des Rovers soll eine Gestalt erkennbar sein, die kurze Haare hat und Sauerstoffflaschen trägt. Das Bild war am 26. September 2012 von der linken Navcam des Rovers gemacht worden.

Nach der Mars-Ratte und dem menschlichen Oberschenkelknochen sorgte Ende Januar 2015 eine weitere Erscheinung auf einem Curiosity-Bild für Aufregung. Links des Rovers soll eine Gestalt erkennbar sein, die kurze Haare hat und Sauerstoffflaschen trägt. Das Bild war am 26. September 2012 von der linken Navcam des Rovers gemacht worden.

NASA

Auf dem Mars gibt es möglicherweise auch heute noch flüssiges Wasser. Darauf deuten Messungen des Marsrovers Curiosity, wie ein internationales Forscherteam im Fachblatt «Nature Geoscience» berichtet.

Demnach könnte sich abends in den oberen fünf Zentimetern des Bodens aus der Luftfeuchtigkeit eine Art Salzlauge bilden, die morgens wieder verdunstet. Für Leben sei es allerdings vermutlich zu wenig Wasser und zu kalt, schreiben die Wissenschaftler.

Kalziumperchlorat im Boden

«Wir haben die Substanz Kalziumperchlorat im Boden entdeckt, und unter den richtigen Bedingungen absorbiert sie Wasserdampf aus der Atmosphäre», erläuterte Morten Bo Madsen von der Universität Kopenhagen in einer Mitteilung.

«Unsere Messungen von der Wetterstation des Rovers Curiosity zeigen, dass diese Bedingungen nachts und direkt nach Sonnenaufgang im Winter existierten. Das Perchlorat bildet mit dem absorbierten Wasser eine Salzlauge und senkt dessen Gefrierpunkt. So kann aus Eis Flüssigkeit werden.» Der Rover zeichnet am Boden und in 1,6 Metern Höhe unter anderem Lufttemperatur und -feuchtigkeit auf.

Da Perchlorate auf dem Mars weit verbreitet seien, erwarten die Wissenschaftler, dass dieser Prozess nicht nur im Gale-Krater stattfindet, den Curiosity erkundet.

Indizien für flüssiges Wasser

Die Beobachtung reiht sich ein in eine Kette von Indizien für flüssiges Wasser, das einst auf dem Mars existiert haben muss oder sogar heute noch vorkommt. So haben Forscher Spuren ausgetrockneter Seen und Flüsse erspäht sowie Sedimente gefunden, aus denen sie auf ehemalige Wasservorkommen schliessen.

Auch Curiosity hat Sedimentablagerungen im Gale-Krater aufgespürt, die darauf hinweisen, dass es dort einst grosse Mengen flüssiges Wasser gegeben haben muss. Das meiste davon ist heute von der Marsoberfläche verschwunden. Ein Teil davon könnte sich ins All verflüchtigt haben.

Eis unter Staubschicht

Ein anderer Teil könnte in unterirdischen Gletschern gefangen sein, die ein anderes Forscherteam durch Messungen der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) in den mittleren Breiten des Roten Planeten entdeckt hat. Die Radarmessungen zeigten massive Wassereis-Gletscher unter einer dicken, schützenden Staubschicht, berichten die Wissenschaftler im Fachblatt «Geophysical Research Letters».

«Wir haben berechnet, dass die Gletscher mehr als 150 Milliarden Kubikmetern Eis entsprechen», berichtete Nanna Bjørnholt Karlsson von der Universität von Kopenhagen in einer weiteren Mitteilung. «Diese Menge Eis könnte die gesamte Marsoberfläche mit 1,1 Metern Eis bedecken. Das Eis der mittleren Breiten ist daher ein wichtiger Teil des Wasserreservoirs auf dem Mars.»

(jcg/sda)

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