Gewerkschaften lenken ein: Neue Hoffnung auf Alitalia-Rettung
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Gewerkschaften lenken einNeue Hoffnung auf Alitalia-Rettung

Die Bemühungen um eine Alitalia-Rettung sind einen grossen Schritt vorangekommen. Die vier grössten Gewerkschaften stimmten am Montag den groben Grundzügen eines Sanierungsplanes der Investorengruppe CAI zu.

Der Sanierungsplan sieht unter anderem den Abbau von rund 3000 Stellen bei der italienischen Fluggesellschaft vor. «Das ist ein erster, wichtiger Schritt», sagte Raffaele Bonanni von der Gewerkschaft CISL. Unklar blieb aber, ob auch die fünf kleineren Gewerkschaften, die die Piloten und das Kabinenpersonal vertreten, dem Plan zustimmen würden.

Ungelöste Knackpunkte

Ungelöst waren zudem weiter entscheidende Knackpunkte wie die von CAI angestrebten Gehaltskürzungen. «Das andauernde Problem, das die Initiative immer noch zum Scheitern bringen kann, sind die neuen Arbeitsverträge», sagte Arbeitsminister Maurizio Sacconi. Er bestätigte die Zahlen des Rettungsplanes, wonach 12 500 Arbeitsplätze in einer abgespeckten Airline erhalten bleiben sollen.

Zudem sollen einige Alitalia-Sparten mit Tausenden Beschäftigten abgespalten werden. Ein Vertreter der nun ebenfalls grundsätzlich dem Sanierungspaket zustimmenden Gewerkschaft UIL rechnete noch mit mehreren Verhandlungstagen, ehe es zu einer Übernahme Alitalias kommen könne. Die Investorengruppe will die rentablen Teile der Fluggesellschaft kaufen und mit dem heimischen Rivalen Air One verschmelzen.

Die Gefahr von Flugstreichungen wegen Kerosinmangels schien am Montag zunächst gebannt. Starts und Landungen von Alitalia an den Drehkreuzen in Rom und Mailand liefen planmässig. Die italienische Luftfahrtbehörde hatte der unter Insolvenzverwaltung fliegenden Alitalia am Wochenende mit einem Lizenzentzug gedroht, nachdem die Airline von finanziellen Engpässen beim Treibstoffkauf berichtete hatte.

Bereits im April war eine Übernahme von Alitalia durch den europäischen Branchenführer Air France am Widerstand der Gewerkschaften gescheitert. Alitalia schreibt seit 1999 Verluste und hat derzeit rund 1,2 Mrd. Euro Schulden.

Wahlversprechen Berlusconis

Eine Pleite wäre auch für Ministerpräsident Silvio Berlusconi eine empfindliche Niederlage: Er hat die Rettung der Airline zu einem zentralen Wahlversprechen gemacht und einen Hilfsplan in die Wege geleitet, der das Kartell- und Insolvenzrecht umgeht. Auf diese Weise kann Alitalia in gesunde und unrentable Teile aufgespaltet werden. (sda)

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