Epstein-Barr-Virus (EBV) – Neue Hoffnung? Forschende entdecken mögliche Ursache für Multiple Sklerose
Publiziert

Epstein-Barr-Virus (EBV)Neue Hoffnung? Forschende entdecken mögliche Ursache für Multiple Sklerose

Multiple Sklerose (MS) wird wahrscheinlich auch durch eine Infektion mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht. Eine neue Studie untermauert damit eine bestehende These.

von
Philippe Coradi
1 / 2
Forschende weisen in einer neuen Studie nach, dass das EB-Virus eine MS-Erkrankung auslösen kann. 

Forschende weisen in einer neuen Studie nach, dass das EB-Virus eine MS-Erkrankung auslösen kann.

Unsplash
Das Eppstein-Barr-Virus tragen schätzungsweise 95 Prozent der Bevölkerung in sich. 

Das Eppstein-Barr-Virus tragen schätzungsweise 95 Prozent der Bevölkerung in sich.

Wikipedia/Liza Gross/CC BY 2.5

Darum gehts

  • Etwa 2,8 Millionen Menschen auf der Welt sind von der Krankheit Multiple Sklerose betroffen.

  • Forschende weisen in einer neuen Studie nach, dass das EB-Virus eine MS-Erkrankung auslösen kann.

  • Könnte man gegen das Virus vorgehen, gäbe das neue Hoffnung im Kampf gegen Multiple Sklerose.

2,8 Millionen Menschen sind von der Krankheit Multiple Sklerose betroffen. Eine chronische, entzündliche, neurologische Erkrankung, die das zentrale Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) betrifft und nicht heilbar ist.

Eine Studie unter der Leitung von Alberto Ascherio, Professor an der Harvard T.H. Chan School of Public Health der Universität Harvard, hat aber nun eine mögliche Ursache entdeckt, die verantwortlich sein könnte für den Ausbruch von MS. Konkret sehen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler einen Zusammenhang mit dem Eppstein-Barr-Virus und dem Ausbruch der Krankheit MS.

Zehn Millionen Soldaten untersucht

Die These bestand in wissenschaftlichen Kreisen schon seit einiger Zeit, doch laut Publizierenden sei dies die erste Studie, die einen zwingenden Beweis für die Kausalität liefert. Dafür wurden mehr als zehn Millionen junge Erwachsene im aktiven Dienst des US-Militärs untersucht. Dabei konnten 955 identifiziert werden, bei denen während ihrer Dienstzeit MS diagnostiziert wurde.

Das Team analysierte Serumproben, die alle zwei Jahre vom Militär entnommen wurden, und ermittelte den EBV-Status der Soldaten zum Zeitpunkt der ersten Probe sowie den Zusammenhang zwischen EBV-Infektion und dem Auftreten von MS während der Zeit des aktiven Dienstes. In dieser Kohorte stieg das MS-Risiko nach einer Infektion mit EBV um das 32-fache, war aber nach einer Infektion mit anderen Viren unverändert.

«Derzeit gibt es keine Möglichkeit, einer EBV-Infektion wirksam vorzubeugen oder sie zu behandeln, aber ein EBV-Impfstoff oder die gezielte Behandlung des Virus mit EBV-spezifischen antiviralen Medikamenten könnte letztendlich MS verhindern oder heilen», so der Studienleiter Ascherio.

Eppstein-Barr Virus

Das Epstein-Barr-Virus gehört zu den Herpesviridae (DNA-Virus) und wird durch Tröpfcheninfektion übertragen. Laut der Uni Zürich tragen über 95 Prozent der erwachsenen menschlichen Population das Virus in sich. Nicht bei allen Personen bricht das Virus aus, sie tragen es aber lebenslang in sich. Auslöser von EBV ist das pfeiffersche Drüsenfieber. Daran kann man in jedem Alter erkranken, am häufigsten tritt die Erkrankung zwischen dem 15. und 25. Lebensjahr auf. Wegen der Übertragung durch Speichel wird die Krankheit auch «kissing disease» genannt.

Was ist Multiple Sklerose?

Multiple Sklerose (MS) ist eine Autoimmunerkrankung. Sie greift die Schutzhüllen der Nerven an. Dadurch wird die Kommunikation zwischen Gehirn und Körper gestört. MS wird auch die Krankheit mit den Tausend Gesichtern genannt. Die Verläufe sind sehr unterschiedlich. Zu den Symptomen gehören eine chronische Müdigkeit, Fatigue genannt, Sensorik- und Motorikstörungen oder Sehverlust. Die Symptome können schubweise auftreten und auch wieder verschwinden. Der Verlauf der Krankheit ist nicht vorhersehbar: Manche Betroffene sind auf einen Rollstuhl angewiesen oder werden bettlägerig. Andere verbringen ihr Leben mit MS, ohne je auf Hilfsmittel angewiesen zu sein.

Hast du Fragen zu deinen Rechten als Patientin oder Patient?

Hier findest du Hilfe:

Hast du oder hat jemand, den du kennst, die Diagnose Krebs erhalten?

Hier findest du Hilfe:

Krebstelefon, Tel. 0800 11 88 11

Cancerline, Chat mit Fachpersonen

Regionale Beratungsstellen der Krebsliga

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

6 Kommentare