Aktualisiert 14.03.2013 11:40

Einkauf in den USANeue Jets und weniger Gewinn für Swiss

Die Swiss hat Ersatz für ihre A340-Flotte gefunden. Sie kauft bei Boeing sechs Exemplare des Langstreckenjets B777-300ER. 2012 verzeichnete die Swiss einen Gewinnrückgang von 31 Prozent.

von
jcg

Ab 2016 beginnt die Swiss die Erneuerung der Langstrecken-Flotte mit einer Premiere: Erstmals kauft die Airline bei Boeing ein. Sie hat sechs 777-300ER fest bestellt, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Der Entscheid für das Erfolgsmodell des US-Flugzeugbauers fiel demnach nach einer intensiven Evaluationsphase. Die Festbestellungen entsprechen einem Investitionsvolumen von über 1,5 Milliarden Franken.

Die neuen Flugzeuge werden auf ultralangen Strecken zum Einsatz kommen, also für Verbindungen wie San Francisco, Los Angeles, São Paulo, Bangkok, Hongkong, Shanghai, Peking, Johannesburg und Singapur.

Die Boeing 777-300ER verfügt laut Swiss über ausgereifte Technik. Das Modell bietet grösste Zuverlässigkeit, hohen Kabinenkomfort und Raum für über 330 Sitzplätze. Zudem werden pro Sitzplatz Treibstoff- und CO2-Einsparungen von 23 Prozent gegenüber der A340-300 möglich.

«Die Boeing 777-300ER verfügt über die ideale Grösse und Reichweite für unsere Marktabdeckung aus der Schweiz. Viele Mitbewerber sind bereits heute mit Flugzeugen mit über 300 Sitzplätzen im Einsatz, der weitere Investitionsschritt in eine moderne Flotte ist ein Meilenstein und entscheidend für unsere Zukunftsfähigkeit», wird Swiss-CEO Harry Hohmeister in der Mitteilung zitiert. Die Boeing-Modelle sind im Lufthansa-Verbund bereits bei Austrian Airlines und ab Herbst 2013 auch bei Lufthansa Cargo im Einsatz.

Gewinn geschrumpft

Die Flugzeugbestellung kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Swiss geschäftlich immer stärker mit dem Marktumfeld zu kämpfen hat. So konnte sie im vergangenen Jahr ihren Umsatz zwar um 2 Prozent auf 5,03 Mrd. Fr. steigern, das operative Ergebnis sank aber um 31 Prozent auf 212 Mio. Franken, wie am Donnerstag mitgeteilt wurde.

Im Mediencommuniqué ist denn auch die Rede davon, dass es zusätzliche Anstrengungen brauche, um als Fluggesellschaft «investitionsfähig» zu bleiben. Die Swiss hat dazu - wie alle Gesellschaften des Lufthansa-Konzerns - im vergangenen Jahr ein Sparprogramm eingeleitet, welches 2013 weitere Verbesserungen der Profitabilität ermöglichen soll.

Im laufenden Jahr rechnet die Swiss nach einem Plus von 3,3 Prozent im Jahr 2012 mit weiter steigenden Passagierzahlen. Im Januar und Februar seien die Erwartungen sogar übertroffen worden, hiess es. Da das Marktumfeld aber angespannt bleibe, werde das operative Ergebnis - zusätzliche Erträge und Kosteneinsparungen inklusive - voraussichtlich im Rahmen von 2012 liegen. (jcg/sda)

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