5 neue Betriebssysteme: Neue Konkurrenz für Android und iPhone
Aktualisiert

5 neue BetriebssystemeNeue Konkurrenz für Android und iPhone

Die Familie der Smartphone-Betriebssysteme bekommt 2013 Zuwachs. Mit BlackBerry 10, Tizen, Firefox OS, Sailfish und Ubuntu machen fünf neue Herausforderer Jagd auf Apple und Google.

von
owi

Noch sieht es so aus, als ob Google und Apple den Smartphone-Markt unter sich aufteilen würden. Android hält je nach Statistik bis 70 Prozent des weltweiten Marktanteils, das iPhone kommt auf rund 20 Prozent. Ganz so einfach wird der Durchmarsch für die Platzhirsche aber doch nicht. Gleich sechs Konkurrenten wollen sich ein Stück des lukrativen Kuchens abschneiden, denn in kaum einer anderen Branche lässt sich derzeit mehr Geld verdienen.

Ubuntu – das bessere Android?

Am Mittwochabend präsentierte die Ubuntu-Community ihr auf Linux basierendes Betriebssystem «Ubuntu for Phones». Die Benutzeroberfläche setzt hauptsächlich auf Wischgesten und kommt ohne fixe Home-, Zurück- und Menü-Buttons aus. Auch technisch soll Ubuntu den schon etwas in die Jahre gekommenen Konkurrenten überlegen sein. «Mit Ubuntu sind Dinge möglich, die mit Android einfach nicht gehen», sagte Projekt-Initiator Mark Shuttleworth. Ubuntu soll wie Android und Apples iOS auf Smartphones und Tablets laufen und sei – im Gegensatz zu den bestehenden Betriebssystem - von Anfang an für beide Gerätetypen entwickelt worden.

Da Ubuntu for Phones wie Android auf Linux basiert und die selben Treiber nutzen kann, können Handy-Hersteller wahlweise Android oder Ubuntu auf ihren neuen Geräten installieren. Bis die ersten Ubuntu-Phones die Läden erreichen, dürfte es Anfang 2014 werden.

Quelle: YouTube/

BlackBerry 10 steht in den Startlöchern

Mindestens zwei Schritte weiter ist der kanadische BlackBerry-Hersteller RIM. Seine ersten beiden Smartphones mit dem neu entwickelten Betriebssystem BlackBerry 10 werden am 30. Januar 2013 der Öffentlichkeit präsentiert. Wir konnten BB 10 bereits antesten und der erste Eindruck ist positiv: Das Betriebssystem ist endlich für grosse Touchscreens optimiert, es läuft flüssig und das Design wirkt übersichtlich.

Als Killer-Feature könnte sich BlackBerry Balance entpuppen: Mit einem Klick kann der BlackBerry vom gesicherten Geschäftsmodus in den Privatmodus gewechselt werden. Im Geschäftsmodus ist die gesamte Kommunikation wie gehabt verschlüsselt und der Nutzer kann aus Sicherheitsgründen keine eigenen Anwendungen installieren. Nach der Arbeit wechselt man mit einem Klick in den Privatmodus. Anstelle der Business-Apps erscheinen nun die privat genutzten Apps oder Games, die ohne Einschränkungen installiert werden können.

Quelle: YouTube/PCWelt

Samsung bringt Tizen-Smartphone

Auch Marktführer Samsung arbeitet an einer Android-Alternative. Die Südkoreaner planten das erste Tizen-Smartphone gemeinsam mit Japans grösstem Mobilfunkanbieter Docomo in diesem Jahr zu lancieren, berichtet die japanische News-Site Daily Yomiuri Online. Auch weitere Schwergewichte wie Vodafone und France Telekom sollen sich für das auf Linux basierende Tizen interessieren, um ihre Abhängigkeit von Apple und Google zu verringern. Samsung könnte das erste Tizen-Phone bereits nächste Woche an der weltgrössten Messe für Unterhaltungselektronik CES in Las Vegas präsentieren.

Quelle: YouTube/TheHandheldBlog

Mozilla lanciert Firefox OS

Firefox OS von Mozilla erinnert zwar optisch an Android oder iOS, setzt aber wie die Open-Source-Betriebssysteme Ubuntu und Tizen auf den Webbrowser und plattformunabhängige Web-Apps und weniger auf klassische Apps. Der Vorteil: Webanwendungen müssen nicht für jedes Betriebssystem neu programmiert werden. Firefox OS soll laut Mozilla auch auf langsameren Smartphones flüssig laufen. Dadurch könne ein Firefox-Smartphone wesentlich günstiger verkauft werden als die Konkurrenzprodukte, glauben die Entwickler. Die ersten Firefox-Geräte sollen in der ersten Jahreshälfte zuerst in Südamerika auf den Markt kommen.

YouTube/CNET

Aus Nokias MeeGo wird Jollas Sailfish

Nokia hat sein Linux-Betriebssystem MeeGo vor einem Jahr fallen gelassen und setzt nun auf die Karte Windows Phone 8. Ehemalige Mitglieder des Nokia-N9-Teams haben daraufhin das Start-up Jolla gegründet und Ende November Sailfish enthüllt. Erste Smartphones mit Sailfish sollen ab dem zweiten Quartal 2013 verfügbar sein.

Quelle: YouTube/Jolla

Microsoft setzt auf Windows Phone 8

Seit Ende 2012 drückt Microsoft mit seinen Partnern Nokia, HTC und Samsung sein neues Smartphone-Betriebssystem Windows Phone 8 in den Markt. Unterstützung erhält die Windows-Koalition von zahlreichen Mobilfunkprovidern, die ihre Abhängigkeit von Apple und Google verringern wollen.

Trotz des gewaltigen Werbebudgets, das Microsoft zur Verfügung steht, ist Windows Phone noch immer ein Nischen-Betriebssystem. Umso fraglicher ist daher, ob es den weit kleineren Herausforderern gelingen wird, an Apple und Google vorbeizukommen - sie sind allesamt reichlich spät auf der Party.

Quelle: YouTube/HTCInside

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