Lonza : Neue Lösungen im Quecksilber-Streit
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Lonza Neue Lösungen im Quecksilber-Streit

Die Lonza will unter gewissen Bedingungen auch die Sanierung von weniger stark mit Quecksilber verschmutzten Parzellen im Wohngebiet Turtig bei Visp übernehmen.

Aufgrund internationaler Studien kam die Eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope zum Schluss, dass regelmässiges Spielen auf mit Quecksilber belasteten Böden für Kinder mit Risiken verbunden sein kann, wie Lonza in einer Medienmitteilung festhielt.

Aufgrund internationaler Studien kam die Eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope zum Schluss, dass regelmässiges Spielen auf mit Quecksilber belasteten Böden für Kinder mit Risiken verbunden sein kann, wie Lonza in einer Medienmitteilung festhielt.

Im Siedlungsgebiet Turtig übersteigt der Quecksilbergehalt von mindestens 13 Grundstücken den gesetzlichen Grenzwert von 5 Milligramm pro Kilogramm. Für diese Böden erklärte sich die Lonza schon im Januar bereit, die Sanierung vorzufinanzieren.

Ungewissheit herrschte bisher bei den 18 Parzellen mit Belastungen zwischen 2 bis 5 mg/kg Quecksilber. Weitere 18 Parzellen sind gemäss Untersuchungen des Kantons zwischen 0,5 und 2 mg/kg mit Quecksilber verschmutzt.

Lösungsvorschläge vorgestellt

Die Lonza macht für diese weniger stark verschmutzten Parzellen am Montagabend erste Lösungsvorschläge. Diese wurden beim ersten Treffen der thematischen Gruppe Siedlungsgebiete am Montagabend vorgestellt. Der Gruppe gehören Vertreter der Lonza, des Kantons, der Gemeinden und der Betroffenen an.

Bei 0,5 bis 2 mg/kg verschmutzten Parzellen bestehen aus Sicht des Chemieunternehmens weder Sanierungsbedarf noch wesentliche Nutzungseinschränkungen. Anders bei den zwischen 2 und 5 mg/kg verschmutzten Grundstücken.

Aufgrund internationaler Studien kam die Eidgenössische Forschungsanstalt Agroscope zum Schluss, dass regelmässiges Spielen auf diesen Böden für Kinder mit Risiken verbunden sein kann, wie Lonza in einer Medienmitteilung festhielt.

Zwei Varianten

Für die Lonza gibt es zwei Varianten. Der gesetzliche Grenzwert für belastete Haus- und Familiengärten, Kinderspielplätzen und Anlagen, auf denen Kinder regelmässig spielen, könnte auf 2 mg/kg festgelegt werden.

Das Chemieunternehmen zeigt sich bereit, die Vorfinanzierung der Sanierungskosten ab 2 mg/kg zu übernehmen, allerdings ohne Präjudiz. Über den definitiven Kostenverteiler soll später der Kanton nach Abklärung der Verantwortlichkeiten entscheiden. Wenn sich die Anpassung der Grenzwerte verzögern sollte, würde die Lonza dennoch die Vorfinanzierung ohne Präjudiz übernehmen. Dies wäre aber an eine Vereinbarung mit dem Kanton und den Anspruchsgruppen geknüpft.

Für die quecksilberkontaminierten Böden zwischen 2 mg/kg und 5 mg/kg würde Lonza bis zur Klärung der Verantwortlichkeiten 40 Prozent der Kosten übernehmen. Der restliche Teil des Kostenteilers müsste durch den Kanton oder Bund, Gemeinden und Private gedeckt werden. Die Quecksilberbelastung stammt von Lonza, die zwischen 1930 bis 1973 Quecksilber in den Grossgrundkanal ableitete. Dieser fliesst an den verschmutzten Grundstücken vorbei. (sda)

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