Nur importierte Masken: Neue Masken-Maschinen vom Bund laufen noch gar nicht

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Nur importierte MaskenNeue Masken-Maschinen vom Bund laufen noch gar nicht

Der Bund hat zwei Produktionsmaschinen für Masken gekauft. Doch sie laufen noch gar nicht. Inzwischen decken Masken aus dem Ausland die Nachfrage ab. Trotzdem kann nicht auf die Schweizer Produktion verzichtet werden.

von
Barbara Scherer
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Um die Versorgung mit Masken in der Schweiz sicherzustellen, haben der Bund und der Kanton Zürich zwei Masken-Maschinen gekauft.

Um die Versorgung mit Masken in der Schweiz sicherzustellen, haben der Bund und der Kanton Zürich zwei Masken-Maschinen gekauft.

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Diese Maschinen sollen in einer Firma in Flawil FFP2-Masken für das Gesundheitspersonal herstellen.

Diese Maschinen sollen in einer Firma in Flawil FFP2-Masken für das Gesundheitspersonal herstellen.

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Dafür haben der Bund und der Kanton Zürich je 800’000 Franken bezahlt.

Dafür haben der Bund und der Kanton Zürich je 800’000 Franken bezahlt.

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Darum gehts

  • Zwei von Bund und Kanton Zürich finanzierte Produktionsmaschinen sollten für Maskennachschub sorgen.
  • Bisher sind die Maschinen aber gar nicht in Betrieb genommen worden.
  • Inzwischen hat die Armeeapotheke rund 100 Millionen Schutzmasken besorgt.
  • Auf die Masken-Maschinen könne trotzdem nicht verzichtet werden, sagt der Bund.

Schutzmasken gehören inzwischen in vielen Bereichen zum Alltag: Coiffeure müssen mit ihnen arbeiten, und im öffentlichen Verkehr werden sie empfohlen. Besonders unentbehrlich sind sie aber für das Gesundheitspersonal. Deshalb haben der Bund und der Kanton Zürich zwei Maschinen bestellt, die FFP2-Masken herstellen.

Die letzte Testphase läuft

Diese sind am 22. April in der Schweiz eingetroffen und wurden inzwischen bei der Firma Flawa Consumer GmbH untergebracht. Bezahlen musste das Unternehmen in Flawil dafür nichts: Der Bund und der Kanton Zürich bezahlten je 800’000 Franken.

Doch bislang hat die Flawa keine einzige FFP2-Maske hergestellt. Denn die Maschinen sind noch nicht in Betrieb, wie es auf Anfrage heisst. «Die Montage geht sehr schnell, aber danach müssen die Prozesse optimiert werden, damit die Produktqualität auch stimmt», erklärt Alfredo Schilirò, Flawa-Pressesprecher.

Normalerweise könnte das mehrere Monate dauern. Doch weil die Zeit drängt, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren: «Wir befinden uns in der letzten Testphase», so Schilirò. Schon in ein paar Wochen könnten die ersten Masken produziert werden.

Masken für die Zukunft gesichert

Inzwischen sind aber schon rund 100 Millionen Schutzmasken aus dem Ausland in der Schweiz eingetroffen. Die meisten von ihnen sind für das Gesundheitspersonal gedacht. Braucht es also die beiden Masken-Maschinen überhaupt noch? Ganz klar, heisst es vonseiten des Verteidigungsdepartements (VBS).

Zwar sei der Bedarf von Bund und Kanton dank der Importe momentan gedeckt, doch: «Mit den beiden Maschinen ist die eigene Produktion von FFP2-Masken in der Schweiz auch in Zukunft sichergestellt», erklärt ein Mediensprecher auf Anfrage.

Was bedeutet FFP?

Der Begriff «FFP-Masken» leitet sich vom englischen Ausdruck «Filtering Face Piece» ab. Das bedeutet, dass es sich nicht um eine reine Hygienemaske handelt, sondern um eine Atemschutzmaske, die die Luft, die eingeatmet wird, filtert. Es gibt drei FFP-Stufen, wobei FFP3 die sicherste Schutzklasse für Masken ist.

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