Aktualisiert 14.06.2008 21:02

Abfallkrise in NeapelNeue Mülldeponie unter Polizeischutz eröffnet

Zur Bewältigung der Abfallkrise in Neapel hat die italienische Armee eine erste neue Deponie eröffnet. Fernsehbilder zeigten, wie mehrere Dutzend Müllwagen in Begleitung einer Polizeieskorte zu der Deponie in Savignano Irpino fuhren.

Die Bevölkerung, die bislang aus Angst vor Gesundheitsschäden immer wieder gegen neue Müllhalden protestiert hatte, leistete am Samstag keinen nennenswerten Widerstand.

Auf der neuen Deponie rund hundert Kilometer östlich von Neapel sollen täglich 1500 Tonnen Müll abgeladen werden, insgesamt sollen dort rund 800 000 Tonnen Abfall gelagert werden.

«Hier beginnt für die italienische Regierung der Kampf gegen die Abfallkrise von Kampanien», sagte der Sonderbeauftragte der Regierung für den Abfallnotstand, Guido Bertolaso.

Er kündigte an, in Kürze werde eine weitere Deponie in Sant'Arcangelo Trimonte in der Provinz Benevento im Nordosten Kampaniens eröffnet.

Der italienische Regierungschef Silvio Berlusconi hatte die seit über zehn Jahren schwelende Abfallkrise in Neapel und Umgebung nach seiner Wiederwahl zur Chefsache erklärt. Die Mülldeponien sollen künftig wie «Militärgebiete» behandelt und entsprechend abgesichert werden.

(sda)

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.