Impfstoffresistente Variante? - Neue Mutante Mu ist in der Schweiz 
Aktualisiert

Impfstoffresistente Variante?Neue Mutante Mu ist in der Schweiz

Die Schweiz verzeichnet erste Infektionsfälle der Covid-19-Variante Mu. Die Mutante weist laut WHO möglicherweise impfstoffresistente Eigenschaften auf.

von
Gabriela Graber
1 / 8
Die neue Coronavirus-Variante Mu ist in der Schweiz. 

Die neue Coronavirus-Variante Mu ist in der Schweiz.

20min/Celia Nogler
Bis Freitag wurden 34 Infektionen mit der neuen Variante verzeichnet. 

Bis Freitag wurden 34 Infektionen mit der neuen Variante verzeichnet.

20min/Celia Nogler
Die WHO warnt: Mu weise Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnte.  

Die WHO warnt: Mu weise Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnte.

20min/Marvin Ancian

Darum geht’s

  • In der Schweiz wurden bis Freitag 34 Infektionsfälle mit der neuen Corona-Variante Mu identifiziert.

  • Die WHO warnt vor der Variante: Mu weise Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnte.

  • In Kolumbien ist sie verantwortlich für die tödlichste Infektionswelle des Landes.

  • Laut Thomas Steffen, Kantonsarzt Basel-Stadt, muss die Gefährlichkeit der Variante erst beurteilt werden.

  • Derzeit gebe es keine Anzeichen dafür, dass Mu Delta verdrängt, sagt Gregoire Gogniat, Mediensprecher beim BAG.

Die aus Südamerika stammende Corona-Variante Mu ist auf dem Vormarsch: In der Schweiz wurden laut dem Bundesamt für Gesundheit BAG bis Freitag bereits 34 Infektionsfälle mit B.1.621 identifiziert. Erst kürzlich hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) von der neuen Variante gewarnt: Mu weise Mutationen auf, die auf eine mögliche Resistenz gegen Impfstoffe hindeuten könnte, schreibt die WHO am 1. September in einer Mitteilung.

Verantwortlich für tödlichste Welle Kolumbiens

Mu ist erstmals im Januar 2021 in Kolumbien aufgetreten. Mittlerweile sei sie der vorherrschende Virusstamm im Land und habe für die bisher tödlichste Infektionswelle des Landes gesorgt, so Marcela Mercado von den kolumbianischen Gesundheitsbehörden letzten Donnerstag.

Trotz der Häufigkeit von B.1.621 im südamerikanischen Land erwartet Thomas Steffen, Kantonsarzt von Basel-Stadt, keine Superwelle mit Mu in der Schweiz. Der weltweite Anteil sei mit 0,1 Prozent klein, so Steffen. «Kolumbien hat eine noch tiefe Impfrate, weshalb jede Variante zu grossen Problemen führen kann.»

Variante muss auf Gefährlichkeit geprüft werden

Eine Einschätzung bezüglich Entwicklung der Krankheitslast sei im Moment schwierig «Die Gefährlichkeit lässt sich im Moment nicht abschliessend beurteilen», so Steffen. In den nächsten Monaten und Jahren werde man immer wieder von neuen Varianten hören, welche erst auf Gefährlichkeit geprüft werden müssen, was Zeit brauche. «Jetzt hilft nur Impfen und sorgfältig und nachhaltig an den Virusmutationen dranbleiben, um gegebenenfalls schnell reagieren zu können.» Die Beobachtung der Variantenentwicklung von Corona werde in den nächsten Jahren zur Routine werden, so Steffen.

«Derzeit gibt es keine Anzeichen dafür, dass Mu Delta verdrängt», sagt Gregoire Gogniat, Mediensprecher beim BAG. Die Ergebnisse in Bezug auf Mu und andere bekannte – und möglicherweise neu auftretende – Virusvarianten würden regelmässig von Experten in internationalen Fachausschüssen bewertet. Der potenzielle Einfluss neuer Virusvarianten auf die epidemiologische Situation werde zudem unter Berücksichtigung der vorherrschenden Virusvariante bewertet.

Die Varianten von SARS-CoV-2

Die Weltgesundheitsorganisation WHO identifiziert und überwacht die Corona-Varianten von Ländern und Gebieten auf der ganzen Welt. Derzeit stuft sie vier Corona-Varianten als «besorgniserregend» ein. Dazu gehören u.a. die frühere «britische Variante» (Alpha) und die in Europa vorherrschende Delta-Variante («indische Variante»). Weitere fünf Varianten klassifiziert die Organisation als «Varianten von Interesse» – so auch die Variante Mu. Gemäss dem Basler Kantonsarzt Steffen bedeutet «Variante von Interesse»: «Man muss dranbleiben mit weiteren Studien und guter Beobachtung.» Bei Delta sehe man weltweit eine starke Ausbreitung und höhere Ansteckung, weshalb diese Variante von der WHO als «besorgniserregend» eingestuft wurde, erklärt Steffen.

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

387 Kommentare