Aktualisiert 23.04.2014 10:49

Sprung ins kalte NassNeue Mutprobe erobert Facebook

Nach den Bier-Nominationen wird man auf Facebook nun zum vollständigen Eintauchen in Eiswasser aufgefordert. Kneift man, schuldet man seinen Freunden eine Kiste Bier.

von
Deborah Onnis

Beim «Social Beer Game» wurde es noch feucht, beim neusten Mitmach-Spiel auf Facebook wird es richtig nass: Man nominiert seine Freunde in einer Videobotschaft, worauf diese innert 48 Stunden ins kalte Wasser springen müssen – oder dem Nominierenden eine Kiste Bier schulden. Wer die Mutprobe wagt, kann selber drei Personen zum nassen Spiel auffordern. Die ganze Aktion wird dann als Videobeweis auf die Pinnwand gepostet.

Das Spiel erobert derzeit die Facebook-Community der Schweiz

Alle interpretieren den Aufruf anders. Einige springen von einer meterhohen Brücke in einen kalten Fluss, während andere im Brunnen tauchen. Wieder andere hingegen legen sich in die eigene Badewanne, die mit kaltem Wasser gefüllt ist.

Unter den vielen Nominierten ist auch Vanessa B.* Ausgewählt wurde sie von ihrem Freund. «Ursprünglich habe ich ihn ausgelacht, nun muss ich selber daran glauben», sagt sie lachend. Springen will sie auf jeden Fall – in den nächsten 48 Stunden. «Es geht mir um die Ehre. Ich will ja schliesslich nicht als Spielverderberin dastehen.»

Aufmerksamkeit als höchster Marktwert

Diese Aussage bestätigt die Vermutung von Medienpsychologe Daniel Süss: «Bei solchen Spielen ist der soziale Druck gross.» Dabei könne es gut oder schlecht ausgehen. «Man kann Anerkennung gewinnen oder eben verlieren.» Kneife man, könne die Situation sehr beschämend sein. Solche Mutproben habe es aber schon immer gegeben. Neu werden sie aber auf einer sozialen Plattform wie Facebook präsentiert. «Da kann man am meisten Aufmerksamkeit erregen und diese hat aktuell den höchsten Marktwert.»

*Name der Redaktion bekannt

Sprung für eine guten Zweck

Während der Sprung ins Wasser in der Schweizer Community als Mutprobe erlebt wird, springen laut «The Huffington Post» Menschen in Deutschland, Spanien, Afghanistan, Südkorea und in den USA aus Nächstenliebe ins Wasser. In einem Video nehmen sie ihren Sprung auf und fordern drei andere Menschen auf. Für jeden Nominierten, der mitmacht, spenden sie einen Betrag an die amerikanische Familie des fünf Monate alten Landon. Dem krebskranken Baby stehen teuere Untersuchungen bevor, die für die Eltern nicht tragbar sind, berichtet der US-Sender «WOWT». Dank der Facebook-Aktion «Plunge for Landon» konnten bis jetzt mehr als 30'000 Dollar gesammelt werden.

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