Neue Nummer Eins auf dem Biermarkt
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Neue Nummer Eins auf dem Biermarkt

Auf dem weltweit heftig umkämpften Biermarkt gibt es eine neue Nummer 1: die belgische Interbrew, die mit einer spektakulären Einkaufstour schon den deutschen Markt aufgerollt hat, fusioniert mit der brasilianische AmBev.

Der Brau-Riese verdrängt damit den US-Konkurrenten Anheuser Busch von der Spitze. Zu Interbrew gehören in Deutschland Traditionsmarken wie Beck's, Diebels, Gilde/Hasseröder und Münchner Spaten.

Wie Interbrew und AmBev am Mittwoch in Löwen und Sao Paulo mitteilten, verspricht das milliardenschwere Geschäft gewaltige Einsparungen und überdurchschnittliche Wachstumschancen. Die Börse honorierte die Pläne, die bis Ende 2004 von den Anteilseigner und Kartellbehörden gebilligt sein sollen, nicht. Der Interbrew-Kurs gab zeitweise mehr als 5 Prozent nach.

Interbrew und AmBev, bisher die Nummer 3 beziehungsweise 5 auf dem Weltmarkt, kommen auf einen gemeinsamen Bierausstoss von mindestens 190 Mio. Hektoliter Bier.

Interbrew, die in Europa, Asien und Nordamerika Spitzenplätze hat, bekommt nun Zugang auch zum südamerikanischen Markt. Interbrew geht durch die Fusion bis 2007 von Einsparungen in Höhe von 280 Mio. Euro aus, da Kosten beispielsweise bei Einkauf, Vertrieb und Verwaltung wegfallen.

Chancen für beide Seiten

«Der Zusammenschluss mit AmBev, Lateinamerikas führenden Brauer, und seinem Management von Weltklasse ist eine gute Nachricht für unsere Konsumenten, Beschäftigten, Händler und Aktionäre», sagte Interbrew-Chef John Brock, der auch künftig von Löwen aus, der «Bierhauptstadt Belgiens», den Konzern führen wird.

Auch der brasilianische Partner hob die Chancen hervor. «Ein vereintes Geschäft für Amerika - von Kanada bis Argentinien - ist eine sehr aufregende Aussicht», sagte Marcel Herrmann Telles, einer der Aufsichtsräte bei AmBev.

Das südamerikanische Brauhaus hält auf dem gewaltigen brasilianischen Markt fast einen Zwei-Drittel-Anteil und ist zudem bei Erfrischungsgetränken stark. Das Unternehmen zählt nach Einschätzung von Interbrew zu den profitabelsten der Branche weltweit.

Komplizierte Transaktion

In der komplizierten Transaktion will Interbrew den AmBev- Mehrheitseigner Braco im Tausch für 141,7 Mio. neuer Aktien übernehmen. AmBev gibt Interbrew mehr als 20 Mrd. neuer Anteilsscheine und bekommt dafür den kanadischen Brauer Labatt.

Gleichzeitig präsentierte Interbrew am Mittwoch die Geschäftszahlen für 2003. Der Umsatz stieg nur leicht um 0,7 Prozent auf auf 7,044 Mrd. Euro, der Gewinn wurde um acht Prozent auf 505 Millionen Euro verbessert. Für AmBev wurde für 2003 ein in Euro umgerechneter Umsatz von gut 2,5 Mrd. Euro bei einem Gewinn von 407 Mio. Euro angegeben.

(sda)

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