Omikron-Variante breitet sich in Europa aus
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Corona-VirusNeue Omikron-Variante breitet sich in Europa aus

Nachdem in Südafrika erste Fälle einer neuen Corona-Variante registriert wurden, treten in vielen Ländern erste Infektionen mit der Omikron-Variante auf.

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Am vergangenen Donnerstag entdeckten südafrikanische Wissenschaftler eine neue Mutation des Coronavirus.

Am vergangenen Donnerstag entdeckten südafrikanische Wissenschaftler eine neue Mutation des Coronavirus.

Reuters/Dado Ruvic
Experten befürchten, dass die sogenannte «Omikron»-Variante durch ihre hohe Viruslast dem Impfschutz entgehen könnte.

Experten befürchten, dass die sogenannte «Omikron»-Variante durch ihre hohe Viruslast dem Impfschutz entgehen könnte.

AFP
Als Reaktion auf die neue Virusvariante haben viele Länder Einreisebeschränkungen für Südafrika verhängt, so zum Beispiel Israel.

Als Reaktion auf die neue Virusvariante haben viele Länder Einreisebeschränkungen für Südafrika verhängt, so zum Beispiel Israel.

Reuters/Ronen Zvulun

Darum gehts

  • Am vergangenen Donnerstag wurde in Südafrika die Entdeckung einer neuen Variante des Coronavirus bekanntgegeben.

  • Nun verzeichnen EU-Länder wie Deutschland, Tschechien und Italien die ersten Fälle der Omikron-Variante.

  • Bislang scheinen die Infizierten zwar nicht schwer zu erkranken, die Untersuchungen stehen aber noch am Anfang.

In Europa häufen sich die Corona-Fälle mit der erstmals in Südafrika entdeckten neuen Virusvariante Omikron und versetzen den Kontinent in Alarmbereitschaft: Nach ersten Fällen in Deutschland, Grossbritannien und Italien wurde die neue Mutante am Samstag auch in Tschechien gemeldet. In Bayern bestätigten die Behörden zwei Fälle. In den Niederlanden wurden 61 von rund 600 Flugpassagieren aus Südafrika positiv auf Corona getestet. Ob die Omikron-Variante darunter ist, sollen die am Sonntag erwarteten Testergebnisse zeigen. Experten vermuten, dass die neue Variante auch bereits in der Schweiz angekommen ist. Nachdem am Samstagmorgen Reisende einer Swiss-Maschine, die in Südafrika gestartet war, nicht getestet wurden, versprach das BAG, alle Personen, die in den letzten 14 Tagen aus Südafrika einreisten, per SMS zu einem Corona-Test aufzufordern.

Bei den in Bayern bestätigten Fällen handle es sich um zwei Menschen, die am Mittwoch über den Flughafen München eingereist seien und sich seit Donnerstag nach einem positiven PCR-Test in häuslicher Isolation befänden, teilte das bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege am Samstagabend mit.

Erste Verdachtsfälle in Deutschland

Nach der Berichterstattung über die neue Virusvariante hätten die beiden Betroffenen «vorausschauend selbst eine Untersuchung auf die Variante veranlasst», erklärte das Ministerium in München. Ein mutmasslich mit der Variante infizierter deutscher Reiserückkehrer aus Südafrika war bereits am vergangenen Sonntag über den Flughafen Frankfurt eingereist, wie das hessische Sozialministerium mitteilte. Das Ergebnis der vollständigen Sequenzierung stehe noch aus. Die Person war vollständig geimpft.

Unterdessen bestätigte ein Krankenhaus in Tschechien die Infektion einer aus Namibia eingereisten Patientin mit der neuen Coronavirus-Variante Omikron. Aus Österreich wurde ein erster Verdachtsfall gemeldet.

Israel macht Grenzen dicht

Ab Sonntagabend schliesst Israel wegen der neuen Virusvariante seine Grenzen erneut für Ausländer. «Die Einreise für ausländische Staatsbürger nach Israel wird untersagt, mit Ausnahme von Fällen, die von einem Sonderkomitee genehmigt werden», teilte das Büro von Ministerpräsident Naftali Bennett mit. Die Regierung muss der vom Corona-Kabinett beschlossenen Massnahme noch zustimmen. In Israel wurde bislang ein Fall der neuen Virusvariante Omikron bestätigt.

Geimpfte israelische Staatsbürger dürfen demnach weiterhin einreisen, müssen aber einen PCR-Test vorlegen und sich für drei Tage in Quarantäne begeben. Ungeimpfte Israelis müssen für sieben Tage in Quarantäne.

UK verschärft Einreisebedingungen

In Grossbritannien wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums zwei miteinander in Verbindung stehende Omikron-Fälle entdeckt, bei denen es einen Zusammenhang mit einer Reise ins südliche Afrika gibt. Der britische Premierminister Boris Johnson kündigte generelle Verschärfungen der Einreisebedingungen an. Künftig müssen alle Einreisenden zwei Tage nach ihrer Ankunft in Grossbritannien einen PCR-Test machen und sich bis zur Vorlage des Ergebnisses isolieren, sagte er bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz.

Bei den am Amsterdamer Flughafen gestrandeten Passagieren handelt es sich der niederländischen Gesundheitsbehörde GGD zufolge um Reisende aus Südafrika. Neben den 61 positiven Ergebnissen habe es 531 negative Coronatests gegeben. Die positiv Getesteten wurden in einem Quarantänehotel nahe des Flughafens untergebracht. «Die Omikron-Variante wurde wahrscheinlich unter den getesteten Personen gefunden», gab das nationale Gesundheitsamt bekannt.

Fälle auch in Kanada

Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus sind nun auch in Kanada entdeckt worden. Die Gesundheitsbehörde der Provinz Ontario teilte am Sonntag (Ortszeit) mit, dass in Ottawa bei zwei Infizierten die Mutante festgestellt worden sei. Beide Personen, die aus Nigeria eingereist waren, seien inzwischen in Quarantäne.

Marokko setzt wegen der schnellen Ausbreitung der Omikron-Variante den ganzen Luftverkehr aus dem Ausland aus. Er werde ab Montag für zwei Wochen gestoppt, teilte das marokkanische Regierungskomitee für die Beobachtung von Covid-19 am Sonntag mit.

Weitere Länder, die Reisen aus dem Süden von Afrika beschränkt haben, sind Neuseeland, Indonesien, Singapur, Sri Lanka, die Malediven, Saudi-Arabien, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Lob für Südafrika

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stufte die nach dem griechischen Buchstaben Omikron benannte Variante als «besorgniserregend» ein. Die EU-Krankheitsbekämpfungsbehörde ECDC hält das Risiko einer Ausbreitung in der EU für «hoch bis sehr hoch». Am Freitag hatte Belgien als erstes EU-Land eine Infektion mit Omikron bei einem Reisenden aus Afrika festgestellt.

Die USA lobten unterdessen Südafrika für seine «Transparenz» gegenüber dem Rest der Welt seit der Entdeckung der Omikron-Variante. US-Aussenminister Antony Blinken gratulierte «den südafrikanischen Wissenschaftlern zur schnellen Identifizierung der Omikron-Variante» und lobte «die südafrikanische Regierung für ihre Transparenz bei der Weitergabe dieser Informationen, die als Vorbild für die Welt dienen sollte».

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(AFP/bho)

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