Neue Orgel im Frauenkloster Sarnen eingeweiht
Aktualisiert

Neue Orgel im Frauenkloster Sarnen eingeweiht

Die Behebung der Hochwasserschäden im Frauenkloster Sarnen schreitet voran - langsam aber stetig. Am Wochenende ist die neue Orgel eingeweiht worden. Doch die Spendenaktion läuft weiter: Bisher wurde gut ein Drittel der benötigten Summe gesammelt.

Das Benediktinerinnen-Kloster St. Andreas in Sarnen informierte am Samstag über den Stand der Sammlung. Insgesamt sind laut einer Mitteilung rund 12 Mio. Franken nötig, um die Schäden des verheerenden Hochwassers vom August 2005 zu beheben.

Bisher gingen knapp 4,5 Mio. Franken an Spenden ein. Der grösste Teil davon, rund 1,8 Mio. Franken, stammt von Stiftungen; Privatpersonen steuerten bisher 1,2 Mio. Franken bei. Von den Kantonen kamen laut der Mitteilung knapp 730 000 Franken.

Textilien erhalten

Das sei ein sehr erfreuliches Resultat, liess Äbtissin Pia Habermacher verlauten. Dennoch brauche es weitere Anstrengungen. So fand am Samstag ein Klostermärt statt, dessen Erlös für die neue, knapp 0,5 Mio. Franken teure Orgel in der Kirche verwendet wird.

Bereits abgeschlossen sind die Renovationen verschiedener Räume im Kloster. Auf Hochtouren laufen die Arbeiten zur Erhaltung der Textilsammlung des Klosters. Sie umfasst fast 1500 Objekte vom Mittelalter bis zur Gegenwart.

Diese wurden beim Hochwasser unterschiedlich stark beschädigt. Die Restaurierungsarbeiten begannen im September 2006 und sollen bis kommenden Herbst dauern; laut der Mitteilung sind alle sechs in der Schweiz freischaffenden Textilkonservatorinnen daran beteiligt.

Bibliotheken restaurieren

Ein grosser Brocken steht mit der Restaurierung der stark beschädigten Klosterbibliothek an. Das Archivgut wurde zunächst gefriergetrocknet, um weitere Schäden zu vermeiden. Das Restaurierungskonzept rechnet mit Kosten von 6,1 Mio. Franken.

Welche Arbeiten tatsächlich ausgeführt werden, hängt laut dem Kloster vom Spendeneingang ab. Bisher stehen dafür knapp 540 000 Franken zur Verfügung. Die Fachhochschule Bern (Fachbereich Konservierung) leistete in einem Praktikum erste Arbeiten.

Für die Restaurierung der Musikbibliothek schliesslich wird mit Kosten von 2,7 Mio. Franken gerechnet. Davon gingen bisher 0,7 Mio. ein. Das ebenfalls gefriergetrocknete Archivgut wurde geordnet; im August beginnt die eigentliche Restaurierung.

Bereits im letzten Jahr abgeschlossen werden konnte die Restauration des so genannten Weihnachtsbilds. Rechtzeitig zu Weihnachten 2006 war die spätgotische Darstellung der Geburt Jesu ins Sarner Frauenkloster zurückgekehrt.

(sda)

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