Aktualisiert 03.05.2019 19:20

NationalratNeue Partei sucht Kandidaten per Inserat

«DU – die Unabhängigen» wollen im Kanton Bern bei den nationalen Wahlen antreten. Noch fehlen allerdings die Anwärter – und die Spender.

von
sul
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DU setzt sich zum Ziel, unabhängigen Personen einen unkomplizierten Einstieg in die Politik zu ermöglichen.

DU setzt sich zum Ziel, unabhängigen Personen einen unkomplizierten Einstieg in die Politik zu ermöglichen.

Peter Eberhardt
Gegründet wurde DU – die Unabhängigen von Peter Eberhardt (rechts) und Rolf Frischknecht.

Gegründet wurde DU – die Unabhängigen von Peter Eberhardt (rechts) und Rolf Frischknecht.

Peter Eberhardt
Beschäftigen will sich die Partei mit Themen wie Wasser ...

Beschäftigen will sich die Partei mit Themen wie Wasser ...

Andreas Arnold

«Man findet in den verschiedenen Parteien fast niemanden mehr, der unabhängig von Lobbyisten und Interessengruppen politisiert», sagt Ex-BDP-Grossrat und Drogist Peter Eberhart (63). Die Folge sei politischer Frust in weiten Teilen der Bevölkerung. Zusammen mit Rolf Frischknecht (60), Präsident des Dachverbands Berner Tierschutzorganisationen, hat Eberhart deshalb eine neue Politikplattform gegründet, die «ausschliesslich für das Volk» politisieren wolle: DU – die Unabhängigen.

Der Verein setzt sich zum Ziel, unabhängigen Personen einen unkomplizierten Einstieg in die Politik zu ermöglichen, ohne dass sich diese «lange in einem Parteiapparat hocharbeiten» müssen, wie die Gründer auf ihrer Homepage schreiben.

«Jeder kann sich bewerben»

Ein Parteidiktat gebe es bei DU nicht, betont Eberhart: «Wir suchen Leute aus jeglichen Bereichen, die mit ihren Fachkenntnissen und Erfahrungen auf ihrem Gebiet etwas bewirken wollen.» Entsprechend breit gefächert sind denn auch die Themen, denen sich die Gruppierung widmen will: Wasser, Gesundheit, Haftungsrecht, Tiere, Eigenverantwortung, Landwirtschaft, Klima. Politisch sei man in der Mitte zu Hause – «je nach Thema ein Stück links oder rechts davon», so Eberhart.

Das Parteiprogramm steht – allein, die Mitglieder fehlen noch. Doch das soll sich schon bald ändern: Mittels Kleinanzeigen sucht DU nach Kandidatinnen und Kandidaten, die die Vereinigung bei den kommenden Nationalratswahlen für den Kanton Bern ins Rennen schicken kann. «Bewerben kann sich jeder, der sich mit unseren Verhaltensregeln einverstanden erklärt», so Eberhart. Diese sind in der DU-Charta festgehalten und muten recht allgemein an. So verlangt eine der Regeln etwa, dass man «eigenständig und nicht nach Anweisung Dritter» handelt.

Finanzierung via Crowdfunding

Auch wenn die Plattform-Gründer «gestandene Herren» seien, so Eberhart, wolle man insbesondere junge Menschen ansprechen. Gerade die jungen Frauen und Männer, die am Klimastreik teilnehmen und gegen die Untätigkeit der Politik protestieren würden, fänden mit ihren Anliegen bei DU Platz. «Bewirken können sie letztlich nur etwas, wenn sie in einem Parlament sitzen», sagt Eberhart.

Doch wer finanziert den Wahlkampf, wenn man sich nicht in die Abhängigkeit von Dritten begeben will? Das Geld will DU über ein Crowdfunding beschaffen. Sofern genügend Spenden eintreffen, will die Partei die Kandidierenden finanziell unterstützen.

Eberhart zeigt sich optimistisch: Auch in Liechtenstein oder Bayern hätten unabhängige Parteien Wähleranteile von 10 Prozent oder mehr errungen. «Wenn es uns gelingt, den Menschen zu vermitteln, dass wir uns für sie einsetzen und nicht nur Brancheninteressen vertreten, dann haben wir gute Chancen.»

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