23.06.2017 22:35

Teigwaren 2.0Neue Pasta zeigt erst im Wasser ihr wahres Gesicht

Pasta gibt es in jeglichen Formen, sogar in Gestalt von Flamingos. Nun haben Forscher eine Variante entwickelt, die sich erst im Wasser richtig entfaltet.

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Die von den MIT-Forschern entwickelte Pasta zeigt erst im Wasser, wie sie aussieht. (Video: Tangible Media Group)

Fettuccine, Maccheroni, Rigatoni – diese Teigwaren zählen zu den Klassikern, genauso wie gut 350 weitere Sorten. Künftig könnte die Liste der Pasta-Kreationen noch deutlich länger werden.

Forscher um Wen Wang vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Boston arbeiten an einer neuartigen Pasta aus Gelatine und Stärke, die jede beliebige Form annehmen kann. Welche zeigt sich jedoch erst, wenn sie mit Wasser in Kontakt kommt.

Mit 3-D-Drucker produziert

Möglich machen das winzige Cellulose-Streifen, die die Forscher mithilfe eines 3-D-Druckers auf zwei dünne, übereinanderliegende Gelatineblätter auftragen.

Weil das obere Blatt eine höhere Dichte aufweist, kann es mehr Wasser aufnehmen als das untere. Deshalb formt sich die Pasta langsam zu einem Bogen. Wie weit sich dieser spannt, lässt sich über den Anteil der Cellulose steuern, die als Wasser-Barriere fungiert.

Selbst ist der Konsument

Das Gestalten von Teigwaren soll künftig nicht mehr nur Pasta-Herstellern überlassen werden, sondern jedermann möglich sein, wie das MIT mitteilte.

Dafür tragen Wang und ihre Kollegen nach jedem Versuch die jeweils verwendete Cellulose-Menge und die daraus entstandene Pasta-Form in eine Datenbank ein. Die Daten sollen später mit einer Software verfügbar gemacht werden, heisst es. Möglich seien sowohl klassische Nudelformen als auch ausgefallene Varianten.

Weniger Abfall und billiger noch dazu

Die MIT-Forscher verfolgen mit ihrer Arbeit jedoch kein rein kulinarisches Ziel, sondern vor allem ein logistisches: Sie wollen Teigwaren entwickeln, die weniger Verpackungsmüll verursachen.

«Wir haben für Maccheroni-Packungen ausgerechnet, dass die Verpackung, selbst wenn sie sehr platzsparend ist, noch zu 67 Prozent aus Luft besteht», erklärt Wang. Wenn die Nudeln in flacher Form – ähnlich wie Lasagne-Platten – ausgeliefert werden könnten, liessen sich damit deutlich Platz und Kosten einsparen.

Einziges Manko ist der Geschmack. Die platzsparenden Nudeln schmecken den Forschern zufolge ganz okay, kommen aber noch nicht an den Geschmack normaler Pasta heran. Das soll als Nächstes angegangen werden.

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