Neue Regeln für Schweizer Biobanken
Aktualisiert

Neue Regeln für Schweizer Biobanken

Auf Bundesebene besteht zurzeit keine umfassende Regelung für Forschung mit biologischem Material und mit Personendaten. Wissenschafter wollen jetzt transparente Regeln für Biobanken.

Mit dem Inkrafttreten des geplanten Humanforschungsgesetzes ist allerdings nicht vor 2010 zu rechnen. Die Akademie hat deshalb neue Richtlinien für Biobanken verabschiedet. Biobanken sind laut SAMW systematisch angelegte Sammlungen von Proben menschlicher Körpersubstanzen wie Blut, Gewebe und Urin und den dazugehörigen personenbezogenen Daten. Schwerpunkt der Richtlinien ist neben der Qualitätssicherung der Schutz der Spender.

Alle Forschungsprojekte, die direkt den Spender betreffen können, sollen vorgängig durch die zuständige Ethikkommission positiv beurteilt werden. Die Spender müssen der Verwendung ihrer Proben zustimmen, Voraussetzung dafür ist eine schriftliche Aufklärung. Die Richtlinien legen den Spitälern zudem nahe, ihre Patienten darüber zu informieren, dass Gewebeproben für Lehre, Aus- und Fortbildung verwendet werden können.

Die SAMW ist sich bewusst, dass diese neue Richtlinien ein Umdenken der Forschenden erfordern. Biobanken seien eine bedeutende Ressource für die Forschung. Transparente Regeln, die die Rechte der Spender berücksichtigten, stärkten längerfristig das Vertrauen in diese Forschung und die Bereitschaft der Spender, ihre Gewebeproben für die Forschung zur Verfügung zu stellen.

Das Humanforschungsgesetz und die Verfassungsbestimmung, die noch bis Ende Mai in der Vernehmlassung sind, werden von der SAMW begrüsst. Die Richtung stimme, der Teufel stecke aber im Detail. So fehle beispielsweise eine Auflistung von zentralen Grundsätzen wie zum Beispiel dem Schutz der Versuchspersonen. (dapd)

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