Tierfreunde: Neue Spezies: Haustier-Messies
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TierfreundeNeue Spezies: Haustier-Messies

Hungrige Katzenscharen, Privatzoos in Wohnungen, Kot im Bett und im Kochgeschirr: In der Schweiz häufen sich Fälle von «Animal Hoarding».

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Eine Katze ist nicht genug: Tier-Messies, wie hier in der Ukraine, gibt es auch hierzulande immer mehr.

Eine Katze ist nicht genug: Tier-Messies, wie hier in der Ukraine, gibt es auch hierzulande immer mehr.

Manchen Leuten ist ein Haustier nicht genug. Im Kanton Thurgau läuft zurzeit ein Verfahren gegen zwei Personen, die in ihren benachbarten Haushaltungen auf kleinem Raum insgesamt 60 Katzen hielten. Das berichtet heute die «Thurgauer Zeitung». Solche Fälle von «Animal Hoarding», berichtet die Zeitung mit Berufung auf Beobachtungen der Stiftung «Tier im Recht» weiter, hätten in jüngster Zeit zugenommen – besonders häufig bei Nagern, Katzen und Reptilien.

Beispiele: Im vergangenen Jahr entdeckte man in der Haushaltung eines Waadtländer Ehepaars einen regelrechten Privatzoo. Schlangen, Hunde, Kaninchen, Katzen, Mäuse, Ratten, Pferde, Ponys und Ziegen fristeten ein trauriges Dasein, weil sie von ihren Haltern vernachlässigt wurden. In Zürich, berichtet die «Thurgauer Zeitung» weiter, besass ein Mann vierzehn Katzen, obwohl die Behörden ihm nur deren zehn zugestanden hatten. Als die Kontrolleure zwei Monate später wieder auftauchten, hatte der Mann den Katzenbestand nicht gesenkt, sondern auf 25 Tiere erhöht.

Kot im Bett

Bei Kontrollen bei den Tier-Messies, so der Thurgauer Kantonstierarzt Paul Witzig gegenüber der «Thurgauer Zeitung», bekomme man Schreckliches zu sehen: Kot auf Tellern, Kochgeschirr und im Bett. Oft seien die Halter einsame Personen. Gemäss Vanessa Gerritsen von der Stiftung «Tier im Recht» entstehen solche Situationen oft aus der guten Absicht, Tiere zu retten. Nur würden die Retter ihre Grenzen nicht kennen – die Tiere kämen so vom Regen in die Traufe.

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