Neue Strafe für Raser: Auto entzwei schneiden
Aktualisiert

Neue Strafe für Raser: Auto entzwei schneiden

Das Auto vor den Augen eines ertappten Rasers entzwei zu schneiden, wäre für den Zürcher Jugendpsychologen Allan Guggenbühl die wirkungsvollste Strafe.

Schmerzhafte Strafen sind nach Auffassung von Experten das einzig wirksame Mittel gegen das Rasen auf den Strassen. Für die Strassenopfer-Vereinigung ist es legitim und effizient, Fahrausweisentzüge via Zeitung bekannt zu machen.

«Eine solche Publikation würde als Schmach empfunden», sagte Ueli Vogel-Etienne, Anwalt der Strassenopfer-Vereinigung, am Freitag in einem Gespräch mit der «Neuen Zürcher Zeitung». Nur nicht mehr fahren zu dürfen, tue Rasern wirklich weh. Die Vereinigung fordere seit Jahren, Autos einzuziehen.

Auto entzwei schneiden

Leihe sich ein Raser danach von einem Freund einen fahrbaren Untersatz aus, müsse auch dieser Freund bestraft werden, verlangte Vogel. Genauso werde schliesslich auch mit einem Wirt verfahren, wenn er einem Autofahrer zu viel Alkohol ausschenke.

Das Auto vor den Augen eines ertappten Rasers entzwei zu schneiden, wäre für den Zürcher Jugendpsychologen Allan Guggenbühl die wirkungsvollste Strafe. «Bei einem solchen Akt fliesst Herzblut. Das Auto ist des Rasers Symbol», sagte er in der Expertenrunde.

Ob diese Strafe mehr bewirke als ein Freiheitsentzug, sei schwierig zu sagen. Haft könnte den falschen Heldenstatus der jungen Menschen aber erst recht bestätigen, befürchtete Guggenbühl. Die Jugendlichen müssten wieder klar wissen, was Recht und Unrecht sei. Zu viele Gesetze würden nicht durchgesetzt.

Gesellschaftliche Ächtung nötig

Immer weniger Menschen seien bereit, sich in die Gemeinschaft einzuordnen, fügte Hans Baltensperger, Chef der Kantonalzürcher Verkehrspolizei, hinzu. Die Menschen verfolgten nur ihre individuellen Interessen. Prävention allein könne gegen Raserei nichts ausrichten. Nötig seien gesellschaftliche Ächtung und Repression.

In den letzten Jahren sei unglaublich viel Rücksicht auf Delinquenten im Strassenverkehr genommen worden, kritisierte Vogel. Die Strafen seien milder gewesen als in anderen Lebensbereichen. Doch erst wenn Delikte im Strassenverkehr von der Gesellschaft vermehrt geächtet würden, würden auch die Richterurteile schärfer.

(sda)

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