153 Millionen Tonnen jährlich: Neue Studie – EU-Länder werfen mehr Nahrungsmittel weg als sie importieren

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153 Millionen Tonnen jährlichNeue Studie – EU-Länder werfen mehr Nahrungsmittel weg als sie importieren

Was für eine Verschwendung: In der EU werden mehr Nahrungsmittel weggeworfen als importiert werden. Das hat Folgen für die Umwelt wie auch für die Wirtschaft.

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In europäischen Ländern werden massenweise essbare Produkte weggeworfen.

In europäischen Ländern werden massenweise essbare Produkte weggeworfen.

20min/Community
In der Europäischen Union wird umgerechnet die halbe Menge der Weizenexporte der Ukraine weggeworfen.

In der Europäischen Union wird umgerechnet die halbe Menge der Weizenexporte der Ukraine weggeworfen.

IMAGO/NurPhoto
Auch in der Schweiz landen viele Nahrungsmittel in der Tonne …

Auch in der Schweiz landen viele Nahrungsmittel in der Tonne …

imago images/Schöning

Darum gehts

  • Eine neue Studie benennt erstmals das Ausmass von Foodwaste in der EU.

  • Demnach landen rund 20 Prozent der Nahrungsmittelproduktion im Abfall.

  • Die Menge des Foodwaste wird mit 153 Millionen Tonnen bezeichnet.

  • Dies verursache Kosten von 143 Milliarden Euro pro Jahr.

Der neu erschienene Bericht der Stiftung Feedback EU hat es in sich: Erstmals wurde in Europa auf internationaler Ebene untersucht, wie gross das Ausmass des Foodwaste eigentlich ist. Das Ergebnis ist erschütternd: Jährlich würden 153 Millionen Tonnen Lebensmittel nutzlos weggeworfen, teilte die Stiftung Feedback EU mit. Das ist doppelt so viel wie bisher geschätzt – und mehr als die 138 Millionen Tonnen, welche die Europäische Union importiert.

Allein die Menge des Weizens, der statt auf Tellern im Abfall landet, ist soviel wie die halbe ukrainische Produktion für den Export beträgt. «In Zeiten von steigenden Nahrungsmittelpreisen und einer Krise bei den Lebenskosten ist es ein Skandal, dass die EU potentiell mehr Lebensmittel fortwirft als sie importiert», sagt Frank Mechielsen, Direktor von Feedback EU, gegenüber dem «Guardian». «Die EU hat nun eine grosse Gelegenheit, gesetzliche Ziele festzusetzen, um die Menge des Foodwaste vom Bauernhof bis auf den Teller bis 2030 zu halbieren, um dem Klimawandel zu begegnen und die Nahrungssicherheit zu erhöhen», mahnt er und forderte eine entsprechende Anpassung der Gesetzgebung.

Foodwaste kostet 143 Milliarden pro Jahr

Der Foodwaste, der auf 20 Prozent der gesamten Nahrungsmittelproduktion geschätzt wird, hat eine ganze Reihe negativer Auswirkungen. So sind Lebensmittelabfälle für mindestens sechs Prozent der CO2-Emissionen der EU verantwortlich – und kosten insgesamt jährlich die stattliche Summe von 143 Milliarden. «Lebensmittelverschwendung ist eine globale Herausforderung, die eine erhebliche ökologische, soziale und wirtschaftliche Belastung für alle Länder und Regionen darstellt», zitiert der «Spiegel» aus dem Bericht.

Wirfst du auch brauchbare Esswaren fort?

Die mit dem Ukrainekrieg verbundene Nahrungsmittelkrise mache deutlich, dass das globale Nahrungsmittelsystem, das schon durch den Klimawandel und die Corona-Pandemie erschüttert wurde, reformiert werden müsse, «um langfristig Resilienz und Nachhaltigkeit zu gewährleisten.»

Besonders hoch sind die Verluste im Primärsektor, also der Landwirtschaft. Auch wegen Konsumenten, die keine krummen Rüebli, zu kleine Äpfel oder andere unperfekte Produkte wollen, würden 90 Millionen Tonnen Lebensmittel aussortiert und entsorgt – dreimal mehr als in Privathaushalten. Die Verschwendung sei dabei – wen wunderts – in reichen Ländern höher als in armen.  

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(trx)

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