Teure Einzelfahrten – Neue Studie räumt mit dem Mythos vom teuren Schweizer ÖV auf
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Teure Einzelfahrten Neue Studie räumt mit dem Mythos vom teuren Schweizer ÖV auf

Laut einem Vergleich der Tarife in europäischen Ländern ist eine ÖV-Fahrt zwischen zwei Städten für einen Erwachsenen in der Schweiz am zweitgünstigsten – nur in Österreich ist es günstiger.

von
Marcel Urech
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Eine Studie hat kaufkraftbereinigt die Preise für den ÖV in der Schweiz mit Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Grossbritannien und den Niederlanden verglichen.

Eine Studie hat kaufkraftbereinigt die Preise für den ÖV in der Schweiz mit Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Grossbritannien und den Niederlanden verglichen.

20min/Matthias Spicher
Dabei kam heraus, dass die Preise für Bahn, Bus und Tram in der Schweiz im europäischen Mittelfeld liegen.

Dabei kam heraus, dass die Preise für Bahn, Bus und Tram in der Schweiz im europäischen Mittelfeld liegen.

20min/Matthias Spicher
Einzelfahrten sind allerdings teuer.

Einzelfahrten sind allerdings teuer.

20min/Sonja Mulitze

Darum gehts

Die Preise für Bahn, Bus und Tram liegen in der Schweiz im europäischen Mittelfeld. Das zeigt eine Studie, die Litra in Auftrag gegeben hat. «SRF» bezeichnet den Verband als «eine Art Lobby-Organisation für den öffentlichen Verkehr» (ÖV), der Mitglieder aus der ÖV-Branche, der Wirtschaft und der Politik habe.

Präsident des Verbands ist der Bündner Nationalrat Martin Candinas. «Bei der Kundschaft heisst es immer, der ÖV sei in der Schweiz teuer», sagt Candinas zum Ergebnis der Studie. Diese zeige aber, dass die Schweiz preislich bloss im Mittelfeld sei, aber mit einem deutlich besseren Angebot als im Ausland aufwarte.

Einzelbillette sind in der Schweiz teuer

Die Studie vergleicht kaufkraftbereinigte Preise für den ÖV in der Schweiz mit Österreich, Deutschland, Italien, Frankreich, Grossbritannien und den Niederlanden. Laut der Erhebung ist eine ÖV-Fahrt zwischen zwei Städten für einen Erwachsenen in der Schweiz am zweitgünstigsten – nur Österreich ist günstiger.

Candinas sagt weiter, dass sich die Preise in der Schweiz zuletzt stabilisiert hätten, nachdem es vor 2018 mehrere Verteuerungen gegeben hatte. Preisüberwacher Stefan Meierhans kritisiert, dass die Studie nicht das reale Bild zeige: «Die Schweiz ist insbesondere für Leute, die nicht mit einem Abo fahren, ausserordentlich teuer», so Meierhans. Dass Einzelbillette in der Schweiz relativ teuer sind, räumt laut «SRF» auch die Branche ein.

ÖV-Branche testet flexible Preismodelle

Meierhans kritisiert zudem, dass die Mehrwertsteuer zuletzt gesunken sei. Die Nutzung der Infrastruktur sei darum nun billiger und die Trassenpreise tiefer, aber trotzdem seien Preissenkungen kein Thema gewesen.

Die ÖV-Branche testet nun neue Abo- und Preismodelle. Sie sollen die Pendlergewohnheiten besser abbilden und wieder mehr Menschen in den öffentlichen Verkehr locken. Mehr darüber liest du in diesem Artikel.

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