Neue Swiss- Regionalfluggesellschaft hebt am 1. November ab
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Neue Swiss- Regionalfluggesellschaft hebt am 1. November ab

Die Swiss kann am Dienstag mit ihrer neuen Europa-Tochter «Swiss European» abheben.

Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat der Swiss European Air Lines auf den 1. November die Betriebsbewilligung erteilt.

Dem Start ihrer 100-prozentigen Tochter stehe damit nichts mehr im Weg, teilte die Swiss am Freitag mit. Swiss European werde so genannte «Wet Lease-Flüge» im Auftrag der Muttergesellschaft im europäischen Markt durchführen und rund 30 Destinationen bedienen.

Premiere feiert die Gesellschaft am Dienstag um 6 Uhr mit den beiden Flügen von Basel und Genf nach Zürich. Die Kunden werden von der Änderung kaum etwas merken.

Die Flugzeuge sind weiter im bekannten Swiss-Kleid unterwegs, unter dem Cockpitfenster tragen sie lediglich die Anschrift «Operated by Swiss European Air Lines». Die ganze kommerzielle Verantwortung bleibt bei Swiss.

Letzte Tage des alten GAV

Spürbare Folgen hat die Neuorganisation hingegen voraussichtlich für das Personal. Ziel der Swiss ist es, die Kosten deutlich zu senken, um im hart umkämpften Europageschäft konkurrenzfähiger zu werden und wieder wachsen zu können.

Wie gross die Einsparungen sind, lässt die Swiss offen und verweist auf die laufenden Verhandlungen über einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV).

Der aktuelle GAV mit den Regionalpiloten läuft am Montag aus. Die von Swiss Pilots vertretenen ehemaligen Crossair-Piloten wollen dem (GAV) von Aeropers - der ehemaligen Swissair-Piloten - beitreten. Der Fall ist beim Basler Handelsgericht hängig.

Die Arbeitsverhältnisse der Regionalpiloten gehen mit der Überführung automatisch auf die neue Tochter über, hält die Swiss fest. Wer die neuen Konditionen ablehnt, dem wird gekündigt. Rund 200 Kurzstrecken-Piloten verlieren gemäss früheren Angaben ihre Stelle, da Swiss European voraussichtlich nur 240 Piloten zählen wird.

Mittelfristig eigenes Corps

Rund 100 Piloten haben die Aufhebungsofferte der Swiss angenommen und das inzwischen erloschene Angebot einer Abgangsentschädigung von 50 000 bis 140 000 Fr. angenommen. Zudem bestehen Angebote für 60 Stellen bei China Airlines. 47 Swiss- Piloten haben sich darum beworben.

Die Kabinenbesatzung der neuen Gesellschaft wird zunächst von der bestehenden Swiss International gestellt. Mittelfristig soll Swiss European ihr eigenes Kabinenpersonal rekrutieren und ein eigenes Corps aufbauen.

Alle Flugzeuge der bestehenden Regionalflotte, 18 Avro RJ 85/100 (Jumbolino) und acht Embraer 145 werden in Swiss European überführt. Die Embraer werden mit Sommerflugplan 2006 durch sechs neue Jumbolino ersetzt.

Der bisherige Leiter der Embraer-Flotte, Peter Koch, wird Chef von Swiss European. Management und Administration zählen zehn Personen und sind in Zürich angesiedelt. Juristischer Sitz von Swiss European ist Basel.

Die Swiss hatte das Gesuch für eine Betriebsbewilligung der neuen Europa-Tochter im August beim BAZL eingereicht. Ihr Ziel war es, den Regionalverkehr noch in diesem Jahr der Swiss European zu übertragen.

Die Prüfung der Unterlagen und die Demonstrationsflüge hätten ergeben, dass Swiss European über die notwendigen Voraussetzungen für einen sicheren und wirtschaftlichen Betrieb verfüge, gab die Aufsichtsbehörde bekannt.

(sda)

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