St. Gallen: Neue Taxi-Firmen wollen Image der Branche heben
Aktualisiert

St. GallenNeue Taxi-Firmen wollen Image der Branche heben

Nach den Sex-Vorwürfen gegen zwei Taxifahrer ist der Ruf der Branche angekratzt. Iman Nahvi will dies nun mit einem neuen Unternehmen ändern – die Chefin des Frauentaxis rechnet indes mit mehr Kundschaft.

von
Simon Städeli
Iman Nahvi gründet ein nachhaltiges Taxiunternehmen. Foto: sst

Iman Nahvi gründet ein nachhaltiges Taxiunternehmen. Foto: sst

Ab dem 1. Juli soll es in St. Gallen mit dem Taxi Frosch ein Taxiunternehmen mehr geben. Geschäftsführer Iman Nahvi (24) will das schlechte Image der Branche aufbessern. Ihn wundern die neusten Negativschlagzeilen nicht: «Die Strukturen in der Taxibranche sind völlig veraltet und die Arbeitsbedingungen für die Fahrer katastrophal.» Der studierte Ökonom fordert darum: «Der Stadtrat muss endlich aufwachen und Vorschriften erlassen.» 185 Taxis seien für St. Gallen zu viel. «Je mehr Taxis es hat, desto weniger Geld bleibt für die Fahrer übrig.» Denn diese würden immer noch auf Provision bezahlt, was es sonst in keiner Branche mehr gebe. Nahvi: «Einige Fahrer müssen mit 1500 Franken im Monat leben. Die Unternehmer sitzen derweil zu Hause und kassieren ab.» Mit seinem Unternehmen will er diesen «Teufelskreis» durchbrechen. Er verspricht seinen Fahrern einen Grundlohn und bezahlte Ferien. Zudem sollen alle Autos mit Erdgas betrieben werden.

Eine andere Idee hatte Perihan Birsen, Geschäftsführerin des Yellow-Taxis: Vor zwei ­Monaten führte sie das pink Frauentaxi ein, das mit «For Ladies» beschriftet ist. Damit scheint sie nun goldrichtig zu liegen. Für Birsen ist nach den jüngsten Übergriffen klar: «Es braucht mehr Frauentaxis.» Sie will darum das Angebot ausbauen.

«Der Stadtrat muss endlich aufwachen und Vorschriften erlassen.»

«Der Stadtrat muss endlich aufwachen und Vorschriften erlassen.»

Iman Nahvi, Geschäftsführer von Taxi Frosch.

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