Reha-Klinik: Neue Therapie mit Schafen und Zwergziegen
Aktualisiert

Reha-KlinikNeue Therapie mit Schafen und Zwergziegen

Am Mittwoch wurde der neue Tiergarten des Basler Paraplegikerzentrums Rehab eingeweiht. Dort werden Patienten künftig mit Hilfe von diversen Tieren therapiert.

von
Hannes von Wyl
Reha-Patient Nicolas Scholl (42) sitzt wegen eines Lymphoms im Rollstuhl - und freute sich auf die Zwergziegen im neuen Tiergarten.

Reha-Patient Nicolas Scholl (42) sitzt wegen eines Lymphoms im Rollstuhl - und freute sich auf die Zwergziegen im neuen Tiergarten.

Der 42-jährige Reha-Patient Nicolas Scholl sitzt in seinem Rollstuhl – und die Zwergziege Ramon springt ihm fast in den Schoss. «Ich mag Tiere unglaublich gern», strahlt Scholl im Ziegen-Gehege des gestern eröffneten Tiergartens des Basler Paraplegikerzentrums Rehab.

Die Baukosten des 2300 Quadratmeter grossen Gartens von 1,7 Millionen Franken wurden vollständig von einer Spende des Basler Mäzens und Unternehmers Matthias Eckenstein gedeckt. Neben den Zwergziegen werden künftig auch Schafe, Kaninchen, Meerschweine und Hühner zu Therapiezwecken eingesetzt.

Begegnung ohne Vorurteile

«Die Tiere ermöglichen den Patienten Begegnungen ohne Vorurteile», erklärt die Chefärztin Margret Hund-Georgiadis. «Zudem fördert eine tiergestützte Therapie die Aufmerksamkeit und Kontaktfähigkeit.» Die Forschungslage sei aber sehr dünn, weiss Hund-Georgiadis. Daher werde das Projekt von Beginn weg wissenschaftlich begleitet. «Das ist weltweit einzigartig», sagt Forschungsleiter Dennis C. Turner.

«Wie ein Cowboy»

Bekannter ist die Therapie mit Pferden, die an der Klinik schon seit Jahren angeboten wird. Auch Reha-Patient Scholl geht regelmässig in die sogenannte Hippotherapie. «Ich reite wie ein Cowboy», meint Scholl schmunzelnd.

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