Aktualisiert 15.08.2013 20:19

Herzig willkommenNeue Tierart entdeckt – im Museum

Zum ersten Mal seit 35 Jahren ist in der Neuen Welt ein Raubtier entdeckt worden. Erstaunlicherweise mussten die Forscher dafür zunächst nicht einmal in unwirtliche Natur hinaus.

von
jcg

Der Olinguito sieht aus wie eine Mischung aus Katze und Teddy-Bär und lebt in den Nebelwäldern der Anden. Und das schon sehr lange. Doch erst jetzt haben die Forscher erkannt, dass es sich hierbei um eine eigene Art handelt. Und zwar nicht in freier Natur, sondern in einem Museum in Chicago, schreiben die Wissenschaftler im Fachmagazin «ZooKeys».

Eigentlich wollten die Forscher um Kristofer Helgen vom Smithsonian's National Museum of Natural History (Washington D.C.) herausfinden, wie viele Arten von Makibären, auch Olingos genannt, es gibt und wo diese genau leben. Sie untersuchten dazu zahlreiche Museums-Exponate dieser Tierart.

Andere Schädel und Zähne

Dabei fiel ihnen zunächst auf, dass einige Exemplare kleinere und anders geformte Schädel und Zähne hatten als der Rest. Sie waren auch insgesamt kleiner und hatten dichteres Fell. Den vorhandenen Aufzeichnungen zufolge stammten diese Tiere alle aus einem Gebiet in den nördlichen Anden, 1500 bis 2700 Meter über dem Meeresspiegel.

Dies ist weit höher als der bekannte Lebensraum der Olingos, stellten die Forscher fest. Genetische Untersuchungen bestätigten, dass es sich bei den vermeintlichen Olingos um eine neue Art handelt, eben den Olinguito (Bassaricyon neblina).

Für die Forscher stellte sich deshalb die Frage, ob die Olinguitos noch heute in freier Wildbahn zu finden sind. Sie organisierten eine Expedition in die Anden und konnten tatsächliche einige Olinguitos in freier Wildbahn beobachten. Die Forscher fanden so heraus, dass die Tiere nachtaktiv sind, vor allem Früchte fressen, nur selten aus den Bäumen herauskommen und jeweils ein Jungtier aufziehen.

«Die Entdeckung des Olinguitos beweist, dass die Welt noch nicht vollständig erforscht ist und ihre tiefsten Geheimnisse noch nicht gelöst sind», sagt Helgen zum Zufallsfund. «Wenn immer noch neue Raubtiere entdeckt werden können – welche weiteren Überraschungen erwarten uns noch?» (jcg/sda)

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