Menschenrechte: Neue UNO-Hochkommissarin
Aktualisiert

MenschenrechteNeue UNO-Hochkommissarin

Die südafrikanische Richterin und Völkerrechtsexpertin Navanethem Pillay ist zur neuen UNO- Hochkommissarin für Menschenrechte ernannt worden.

Die 1941 geborene Harvard-Absolventin folgt der Kanadierin Louise Arbour. Die UNO-Vollversammlung muss Pillays Ernennung noch bestätigen. Laut einer UNO-Sprecherin wollen die Mitgliedsstaaten darüber am Montag debattieren.

Dass die Vollversammlung den Vorschlag von Generalsekretär Ban Ki Moon ablehnt, gilt aber als sehr unwahrscheinlich. Diplomaten zufolge könnten Vertreter aus Ländern wie den USA das Treffen aber nutzen, um Kritik an der Wahl zu äussern.

Pillay ist Richterin am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. Sie wuchs als Tochter eines Busfahrers mit indischen Wurzeln in einem Elendsviertel der südafrikanischen Stadt Durban auf. Als Mitglied der tamilischen Minderheit wurde Pillay aufgrund ihrer dunkleren Hautfarbe diskriminiert.

Die Anwältin kämpfte in Südafrika später für die Rechte von Anti- Apartheid-Aktivisten wie dem späteren Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela. In den 1990er-Jahren leitete sie auch das Ruanda- Kriegsverbrechertribunal.

Als weitere Anwärter auf Arbours Amt waren Hina Jilani aus Pakistan und Juan Méndez aus Argentinien gehandelt worden.

Arbour hatte während ihrer vierjährigen Amtszeit die Menschenrechtslage in islamischen und afrikanischen Staaten offen kritisiert. Gleichzeitig prangerte sie aber auch Menschenrechtsverstösse der USA und Israels an und zog sich somit den Unmut zahlreicher UNO-Mitglieder zu.

Nicht zuletzt deshalb gilt das Amt des UNO-Hochkommissars für Menschenrechte als einer der wichtigsten, gleichzeitig aber auch heikelsten Posten innerhalb der Vereinten Nationen. (sda)

Deine Meinung