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WHO eingeschaltetZwingt neue Coronavirus-Variante London in den Lockdown?

Im Süden Englands ist eine neue Sars-CoV-2-Variante aufgetaucht, die sich offenbar schneller ausbreitet als das Ursprungsvirus. Angesichts eines starken Anstiegs der Fallzahlen verschärft London ab Mittwoch die Einschränkungen erneut drastisch.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Aus Grossbritannien wird eine neue Variante von Sars-CoV-2 gemeldet. Betroffen mit London, Kent, Teilen von Essex und Hertfordshire ist vor allem der Süden Englands.  

Aus Grossbritannien wird eine neue Variante von Sars-CoV-2 gemeldet. Betroffen mit London, Kent, Teilen von Essex und Hertfordshire ist vor allem der Süden Englands.

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Es ist die Region in England, die ab Mittwoch erneut drastisch runtergefahren wird: Pubs, Bars und Restaurants müssen schliessen. 

Es ist die Region in England, die ab Mittwoch erneut drastisch runtergefahren wird: Pubs, Bars und Restaurants müssen schliessen.

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Zusammenkünfte werden strenger reguliert.

Zusammenkünfte werden strenger reguliert.

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Darum gehts

  • In England wurde eine neue Variante des Coronavirus identifiziert.

  • Über 1000 Menschen haben sich mit ihm infiziert, die WHO wurde informiert.

  • Im betroffenen Süden Englands steigen die Fallzahlen drastisch an.

  • Dort werden die Massnahmen verschärft.

In England ist eine neue Variante des Coronavirus aufgetaucht. Laut dem britischen Gesundheitsminister Matt Hancock wurden die 1000 bisher bekannten Fälle von mindestens 60 verschiedenen lokalen Behörden gemeldet. Betroffen sei mit London, Kent, Teilen von Essex und Hertfordshire vor allem der Süden Grossbritanniens.

Ob zwischen dem exponentiellen Anstieg der Coronavirus-Infektionen in den Regionen (siehe Box) und dem Auftauchen der neuen Virusvariante ein Zusammenhang besteht, ist unbekannt. Gemäss Hancock wurde die Weltgesundheitsorganisation bereits informiert, so die BBC. Britische Wissenschaftler erforschen die Mutation bereits. Derzeit gäbe es keinen Grund zur Annahme, dass diese Variante von Corona aggressiver sei oder die Impfstoffe dagegen nicht wirksam seien.

Erneuter Lockdown für London

Ungeachtet davon, ob die neue Virus-Variante für die starken Anstieg der Fallzahlen in und um London verantwortlich ist, werden die Einschränkungen erneut drastisch verschärft: So müssen Kneipen und Restaurants wieder schliessen und dürfen nur noch Liefer- beziehungsweise Abholdienste anbieten. Auch Zusammenkünfte werden strenger reguliert. Die neuen Bestimmungen gelten ab Mittwoch – für London und Teile Südenglands.

Ruhig bleiben und rasch handeln

Auch Alan McNally, Forscher an der University of Birmingham, warnt vor Panik: «Lassen Sie uns nicht hysterisch werden.» Es sei wichtig, eine ruhige und rationale Perspektive auf den Stamm zu bewahren. «Viren verändern sich nun mal, und wir erwarten, dass neue Varianten kommen und gehen und mit der Zeit auftauchen.»

Dennoch ist ein rasches Vorgehen wichtig, wie Englands höchster Mediziner Chris Whitty sagt: «Wir müssen schnell und entschlossen handeln, was leider absolut notwendig ist, um diese tödliche Krankheit kontrollieren können, solange die Bevölkerung noch geimpft wird.»

So sieht es auch Jeremy Farrar, Tropenmediziner und Direktor des britischen Wellcome Trust. Gegenüber der BBC spricht er von «einem potenziell ernsten Fall». Entsprechend müsste man alle notwendigen Schritte unternehmen, um dem Virus einen Schritt voraus zu sein.

Nicht die erste Sars-CoV-2-Mutation

Die nachgewiesenen Veränderungen betreffen das Spike-Protein des Virus. Also jenen Teil, der dem Erreger hilft, Zellen zu infizieren, und das Ziel, auf das die Covid-Impfstoffe ausgerichtet sind. Ob die Beobachtungen Auswirkungen auf die Wirksamkeit der Corona-Impfstoffe haben, ist derzeit aber noch unklar.

Laut Virologen sind Mutationen bei Viren ganz normal. In den meisten Fällen wirken sie sich nicht direkt auf die damit verbundene Krankheit oder deren Übertragung aus. Auch von Sars-CoV-2 sind mehrere Mutationen bekannt. Erst im Oktober berichteten Wissenschaftler von der Coronavirus-Mutation 20A.EU1 die – wohl von Reisenden – in den letzten Monaten in ganz Europa sowie Hongkong und Neuseeland verbreitet wurde. Im Juni machten Meldungen von der Mutation D614G die Runde.

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