UBS organisiert sich neu: Neue Vewaltungsräte nach Millionenverlust
Aktualisiert

UBS organisiert sich neuNeue Vewaltungsräte nach Millionenverlust

Die Grossbank UBS meldet für das zweite Quartal 2008 einen Verlust von 358 Millionen Franken. Die Bank kündigt eine Reorganisation an und bestätigt den umfangreichem Stellenabbau. Die Bank bekommt einem neuen Finanzchef und neue Mitglieder für den Verwaltungsrat.

Schuld am Minus ist erneut die Investment Bank, die einen Vorsteuerverlust von 5,233 Mrd. Fr. einfuhr, wie die UBS am Dienstag bekannt gab. Die US-Risikopositionen hätten das Ergebnis mit 5,1 Mrd. Dollar belastet. Im Vorjahresquartal hatte die Investment Bank noch einen Vorsteuergewinn von 1,659 Mrd. Fr. erzielt.

Das Riesenloch konnte auch das Vermögensverwaltungs- und Firmenkundengeschäft nicht ausgleichen, bei dem sich der Vorsteuergewinn gegenüber dem Vorquartal auf 1,123 Mrd. Fr. halbierte. Besser lief es im Asset Management, das den Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorquartal um 7 Prozent auf 352 Mio. Fr. verbesserte.

Nach den Riesenverlusten der Investment Bank ändert die UBS ihre Strukturen grundlegend. Die drei Geschäftsbereiche werden neu als selbstständige Einheiten mit verstärkter Verantwortung für das eigene Ergebnis geführt.

Das bisherige Geschäftsmodell der integrierten Bank habe einige Schwächen, gestand UBS-Verwaltungsratspräsident Peter Kurer ein. So seien die Risiko-Rendite-Profile einzelner Aktivitäten verwischt gewesen. Die Investment Bank werde nun ihre Bilanz und die Risikopositionen weiter reduzieren.

Die Neuausrichtung der UBS in drei selbstständige Einheiten bedeutet nicht, dass die UBS die Investment Bank verkaufen will. «Wir haben keine Pläne irgendeine unserer drei Geschäftseinheiten zu veräussern», betonte Verwaltungsratspräsident Peter Kurer.

Die Bank meldet einen Geldabfluss von 17 Milliarden. Die Credit Suisse hat in der gleichen Periode 17 Milliarden Geldzufluss gemeldet.

Stellenabbau

Weiter gab die UBS bekannt, dass sie ihren Personalbestand von Ende März bis Ende Juni um 2387 Beschäftigte auf 81 452 Angestellte verringert hat; der grösste Teil entfiel dabei auf die Investmentbank. Die UBS will insgesamt 5500 Stellen - davon 1500 in der Schweiz - abbauen. Die Bank bestätigte die Kernkapitalquote von 11,5 Prozent. Das ist praktisch gleich viel wie am Ende des ersten Quartals, als die Quote 11,6 Prozent betragen hatte. Die UBS rechnet damit, dass sich das negative Finanzmarkt- und das wirtschaftliche Umfeld, welches das zweite Quartal belastet hatte, in der zweiten Jahreshälfte nicht verbessern wird. «UBS wird damit fortfahren, den Personalbestand, die Kosten und ihre Risikoposten weiter abzubauen», heisst es in der Mitteilung.

Neue Gesichter im VR

Die UBS holt Swiss-Life-Präsident Bruno Gehrig und weitere Persönlichkeiten in ihren Verwaltungsrat. Neben dem 62-Jährigen werden der Generalversammlung vom kommenden 2. Oktober die 59-jährige BP-Managerin Sally Bott, der 45-jährige Rainer-Marc Frey und der 63-jährige William G. Parrett zur Zuwahl vorgeschlagen, wie die UBS am Dienstag mitteilte. Zudem erhält die grösste Schweizer Bank per 1. September einen neuen Finanzchef: Der 48-jährige John Cryan löst Marco Suter ab, der zurücktreten will. Überdies übernimmt der 51-jährige Markus U. Diethelm im Lauf des dritten Quartals den Posten des Group General Counsels. Diese Funktion war bis im vergangenen April vom jetzigen UBS-Verwaltungsratspräsidenten Peter Kurer ausgeübt worden.

Investmentbank wird nicht verkauft

Die UBS habe die drei Geschäftseinheiten unter die Lupe genommen, sagte Kurer am Dienstag in einer Telefonkonferenz: Dabei sei die Bankführung zum Schluss gekommen, dass jede Divisionen ein erfolgreiches Geschäft sei, einen nachhaltigen Marktanteil habe und weitergeführt werden könne in der neuen Ausrichtung mit alleinstehenden Geschäftseinheiten.

Ob es später zu Kooperationen der selbständigen Einheiten mit anderen Instituten kommen werde, wollte Kurer nicht ausschliessen.

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