Aktualisiert 12.09.2011 14:40

Illegale Party in Zürich

Neue Videos vom Bellevue aufgetaucht

An den Krawallen beim Bellevue sollen auch Linksextreme beteiligt gewesen sein. Neue Videos zeigen den Beginn der Party. Per SMS wird bereits zur nächsten Aktion aufgerufen.

von
Felix Burch

Die letzten Scherben sind weggewischt; rund um das Zürcher Bellevue ist am Montag nur noch wenig zu sehen, das auf die Krawallnacht vom Samstag auf den Sonntag hinweist. Wie hoch der Schaden ist, der angerichtet wurde, ist noch nicht bekannt. Von der illegalen Party ist inzwischen aber neues Material aufgetaucht.

Zugespielt wurde es 20 Minuten Online anonym von Leuten (nebst einigen anderen Videos von Leserreportern), die sich als die Veranstalter des Anlasses ausgeben. Ob dies auch wirklich so ist, lässt sich nicht zu 100 Prozent überprüfen. Auf einem Video ist jedoch der Beginn der Party zu sehen, bevor es zu den Ausschreitungen kam (siehe auch Videos unten). Im dazugehörigen Mail schreiben die Verfasser: «Die Party nahm leider drastische Züge an, die wir nicht bezweckten, nicht dulden und erst gar nicht wahr haben wollten.» Die Party sei sehr wohl als «Racheakt» geplant gewesen, allerdings um zu zeigen, was «wir Jugendlichen» auch ohne Stress auf die Beine stellen können. «Wir haben etwas erschaffen wollen, was sich bisher noch niemand traute, zu erschaffen.»

«Linksextreme und gewaltbereite Fussballfans mischten sich unters Partyvolk»

«Wer, wie, wo und vor allem wann angefangen hat, wollen wir nicht wissen», heisst es im Mail weiter. Man habe gehört, dass die Polizei begonnen habe ohne Vorwarnung Gummischrot und Tränengas einzusetzen. Es habe keine Aufforderung der Polizei gegeben, den Platz zu räumen.

Das Dach des Tramhäuschens sei auf mehrmaliges Bitten geräumt worden. Laut der Polizei kletterten rund 20 Personen auf das Dach des Tramwartehäuschen. Als diese gebeten worden seien, aus Sicherheitsgründen herunterzukommen, sei die Stimmung plötzlich gekippt. Dies aber nicht der Leute auf dem Dach wegen, diese haben sich gemäss der Polizei kooperativ verhalten. «Es waren einzelne Krawallanten, die auf eine Gelegenheit warteten, auf die Polizei loszugehen», sagt Michael Wirz, Pressesprecher der Stapo Zürich. Sie hätten die Einsatzkräfte mit Pflastersteinen, Baumaterial und Flaschen an.

Warum genau die Situation derart eskalierte, ist weiterhin schwer zu beantworten. Laut Wirz waren aber von Anfang an gewaltbereite Leute anwesend. «Diese mischten sich gezielt unter die Party-Leute und waren entsprechend ausgerüstet.» Sie hätten die Anonymität der Masse ausgenützt. Ob Andrea Stauffacher und der Schwarze Block auch am Bellevue waren, kann die Stapo nicht beantworten. Aber: «Es waren Leute aus der linksextremen Szene dort», so Wirz - zudem seien gewaltbereite Fussballfans dabei gewesen.

Ein SMS lädt zu einer weiteren Party

Mittlerweile kursiert ein neues SMS für eine weitere Party am nächsten Samstag. In der Mitteilung, die 20 Minuten Online vorliegt, ist zu lesen, es solle in Zürich am Samstag, 17. September, ein weiteres Zeichen gesetzt werden, für «oisi Freiheit». Ob es sich bei den Verfassern um die Veranstalter der Bellevue-Party oder um Trittbrettfahrer handelt, weiss auch die Polizei nicht.

«Wir haben Kenntnis vom entsprechenden SMS und werden eine Lageanalyse durchführen», sagt Wirz. Auf Facebook gibt es derweil Aufrufe, der Party unbedingt fernzubleiben.

Video: Tanzendes Partyvolk am Bellevue (Leserreporter)

Video: Krawall am Bellevue von Spaghetti Factory aus beobachtet (Leserreporter)

Video: Krawalle am Bellevue (Leserreporter)

Video: Bellevue (Leserreporter)

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