Müntschemier BE: Neue Vorwürfe gegen Skandal-Springreiter
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Müntschemier BENeue Vorwürfe gegen Skandal-Springreiter

Der erste ärztliche Befund entlastet Kevin Thornton, der in Frankreich ein Pferd in den Tod getrieben haben soll, zwar – doch es gibt neue Vorwürfe gegen ihn.

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ct
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Der Skandal-Springreiter Kevin Thornton trauert auf Facebook um sein Pferd. «Rest in Peace», schreibt er. Und weiter: «Really miss you my friend.»

Der Skandal-Springreiter Kevin Thornton trauert auf Facebook um sein Pferd. «Rest in Peace», schreibt er. Und weiter: «Really miss you my friend.»

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Sein Schimmel verstarb an einem Wettkampf in Cagnes-sur-Mer FR. Der Mann habe nicht mit dem Tod des Tieres zu tun, besagt ein ärztlicher Bericht.

Sein Schimmel verstarb an einem Wettkampf in Cagnes-sur-Mer FR. Der Mann habe nicht mit dem Tod des Tieres zu tun, besagt ein ärztlicher Bericht.

Vorab bestätigten Augenzeugen, das Geschehen beobachtet zu haben, bei dem das Tier schliesslich tot zusammenbrach. Mittels ihrer Unterschrift wollen sie nun bewirken, das die Tat geahndet und der Reiter beschuldigt wird.

Vorab bestätigten Augenzeugen, das Geschehen beobachtet zu haben, bei dem das Tier schliesslich tot zusammenbrach. Mittels ihrer Unterschrift wollen sie nun bewirken, das die Tat geahndet und der Reiter beschuldigt wird.

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Im französischen Cagnes-sur-Mer verstarb vor eineinhalb Wochen der Schimmel «Flogas Sunset Cruise», nachdem er angeblich vom Springreiter Kevin Thornton mit der Gerte, also dem Reitstock, geprügelt und so in den Erschöpfungstod getrieben wurde.

Nun liegt ein erster ärztlicher Bericht vor. Dieser entlastet den Springreiter, der seit einigen Jahren im Kanton Bern tätig ist. Der Veterinär hält fest, dass auf dem Fell des Tieres keine Schweissspuren oder Verkrustungen zu erkennen waren. Er sagte auch, dass die Haut unverletzt war und keine Sporen- oder Gertenspuren zu sehen waren.

Augenzeugen hatten ausgesagt, Thornton habe mehrmals ziemlich heftig auf den Schimmel eingeschlagen. «Ich habe ihn mit der Gerte touchiert, nicht geschlagen», rechtfertigte sich der Springreiter später in einem Interview mit pferdeonline.ch. Und weiter stellt er klar, dass das Pferd gut trainiert war. «Der war super fit und ich war echt erstaunt, dass er nach einer Runde auf dieser Galoppbahn kollabierte und verstarb.»

«Kein Kommentar!»

Allerdings werden im Kanton Bern bereits neue Vorwürfe gegen Thornton erhoben. Überall, wo er war, habe er Scherben hinterlassen, erzählt ein Insider. Oft sei er aufgefallen durch seine «harte Hand».

Zum Beispiel in Müntschemier BE ging er im Streit. Auf Anfrage von 20 Minuten will niemand vom Gestüt im Seeland etwas über Thornton sagen. «Er ist nicht mehr bei uns, das sagt alles», meint Marie Etter, Frau des bekannten Springreiters Daniel Etter. Dieser selber meint: «Er ist sicher nicht mein bester Freund, aber das hat nichts mit den Vorfällen in Frankreich zu tun. Über diese weiss ich schlichtweg nicht Bescheid». Weiter äussern möchte er sich nicht.

Wegen Betrug vor Gericht?

Auch in Ligerz BE war Thornton tätig. Dort das Gleiche: Kein Kommentar, denn es laufe ein gerichtliches Verfahren. Von Szenenkennern ist zu vernehmen, dass es um die Misshandlung von Pferden gehe, die sogar auf Video aufgezeichnet wurden. Aber auch um Geld, eventuell gar um Betrug.

Zutreffend sei einzig, dass viele Gerüchte gestreut würden – «und das möglichst breit», meint Thorntons Anwältin Monika Gattiker. Doch von einem laufenden Gerichtsverfahren wisse sie nichts. Die Tatsache, dass ihr Mandant via soziale Medien verunglimpft würde, sage schon alles über den Wahrheitsgehalt und die Substanz der Behauptungen.

Trotz all der negativen Presse hat der Skandal-Springreiter viele Unterstützer. Auf Facebook erhält er nette Kommentare. Doch es wird gemunkelt, dass Thornton der Schweiz bald den Rücken kehren und noch dieses Jahr wegziehen will.

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