Aktualisiert 23.08.2005 09:59

Neue Zeugnisse an der Zürcher Oberstufe

Für die Oberstufe der Zürcher Volksschule gibt es ab dem 31. Januar 2006 neue Zeugnisse.

Bekannte Rubriken wie Fleiss, Ordnung und Betragen werden durch acht Kriterien ersetzt, die das Arbeits-, Lern- und Sozialverhalten erfassen sollen.

Absenzen werden auch künftig keine im Zeugnis eingetragen. Falls ein Schüler unentschuldigt dem Unterricht fern bleibt, wird sich dies beim Arbeits- und Sozialverhalten niederschlagen. Dafür wurde das Kriterium «Erscheint pünktlich und ordnungsgemäss zum Unterricht» geschaffen.

Das neue Zeugnis soll durch eine differenzierte Beurteilung der Schülerleistungen transparenter werden und an Aussagekraft gewinnen, schreibt der Bildungsrat in einer Mitteilung vom Dienstag. Das Zeugnis wird neu gestaltet und durch eine Dokumentenmappe im A4-Format abgelöst. Diese kann die von den Lehrpersonen elektronisch bearbeitet werden.

Noten werden in allen Fächern erteilt. In jedem Schuljahr werden zwei Zeugnisse ausgestellt. Neu werden in Mathematik zwei Noten erteilt: eine in Arithmetik und Algebra sowie eine in Geometrie. In Mensch und Umwelt werden die Leistungen differenziert in Geschichte, Geographie und Naturwissenschaften benotet.

Kernkompetenzen

In Deutsch und im Fremdsprachenunterricht (Französisch, Englisch) wird wie bis anhin eine Gesamtnote erteilt. Zusätzlich werden die Leistungen in den vier Kernkompetenzen Hörverstehen, Leseverstehen, Sprechen und Schreiben auf einer Skala abgebildet.

Die Umgestaltung des Oberstufenzeugnisses wurde laut Mitteilung sowohl von der Lehrerschaft und als auch von den Schulbehörden im Rahmen der Vernehmlassung grundsätzlich begrüsst.

Der Bildungsrat geht davon aus, dass Projekte der Schweizerischen Erziehungsdirektorenkonferenz weitere Konsequenzen für die Beurteilung der Volksschule haben werden. Zu einem späteren Zeitpunkt werde deshalb ein grundsätzliches Überdenken der Schülerbeurteilung notwendig sein, heisst es weiter.

Gemischte Gefühle

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) reagiert mit «gemischten Gefühlen» auf das neue Zeugnis, wie es in einer Mitteilung heisst. Einerseits stelle es eine klare Verbesserung zur aktuellen Situation dar. Andererseit könne es nur als Zwischenlösung verstanden werden.

Als unverständlich bezeichnet der ZLV «das Festhalten an der überdifferenzierten Sprachbeurteilung». Dieses System mit unverhältnismässigem Arbeitsaufwand sei bereits im Kanton Bern gescheitert.

(sda)

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