«Made in Switzerland» - Neuer Antikörpertest analysiert mehr als 1000 Proben auf einmal
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Made in SwitzerlandNeuer Antikörpertest analysiert mehr als 1000 Proben auf einmal

Wie gut ist mein Schutz gegen Sars-CoV-2? Das fragen sich sowohl von Covid-19 genesene als auch gegen das Virus geimpfte Personen. Antwort geben Antikörpertests – und das dank Schweizer Forschenden künftig schneller als bisher.

von
Fee Anabelle Riebeling
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Mit Antikörpertests kann die Immunität gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen werden. (Symbolbild)

Mit Antikörpertests kann die Immunität gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 nachgewiesen werden. (Symbolbild)

AFP
Dazu muss die Menge der gegen das Virus gerichteten neutralisierenden Antikörper im Blut gemessen werden.

Dazu muss die Menge der gegen das Virus gerichteten neutralisierenden Antikörper im Blut gemessen werden.

REUTERS
Bis das Testresultat vorliegt, können schon mal ein paar Tage vergehen. 

Bis das Testresultat vorliegt, können schon mal ein paar Tage vergehen.

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Darum gehts

  • Schnell und sicher – das soll beides für einen neuen Antikörpertest gelten.

  • Erforscht und entwickelt wurde das Verfahren von Schweizer Forschenden.

  • Anders als bei herkömmlichen Methoden reicht dafür schon ein Blutstropfen aus.

Wer wissen will, ob er bereits mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 infiziert war oder ob die Impfung ihre ganze Wirkung entfaltet hat, kann einen Antikörpertest machen. Ein solcher gibt Auskunft darüber, ob das Immunsystem – der Name verrät es schon – Antikörper gegen den Erreger gebildet hat. Nachweisen lassen sich diese in Blutproben, die nach der Abnahme im Labor ausgewertet werden.

Für die Getesteten heisst es dann erst einmal ein paar Tage warten. Denn die Proben müssen aufwendig aufbereitet und geprüft werden. Dank Forscherinnen und Forschern der ETH Lausanne, der Universität und des Universitätsspitals Genf könnte diese Zeitspanne künftig deutlich kürzer ausfallen. Sie haben eine Methode entwickelt, mit der sich 1024 Proben parallel untersuchen lassen.

Fingerpieks statt richtiger Blutabnahme

Weiterer Vorteil: Anders als bei dem herkömmlichen Verfahren braucht es keine Fachperson für die Blutabnahme. «Die Methode kann Antikörper in einem kleinen Blutstropfen nachweisen, der durch Stechen in den Finger gewonnen werden kann, und das Blut kann mit einem einfachen, kostengünstigen Blutteststreifen gesammelt und versandt werden», schreibt das Team um Sebastian Maerkl in der im Fachjournal «Pnas» veröffentlichten Studie. Selbst getrocknetes Blut kann für den Test verwendet werden, auch dann, wenn es eine Woche bei Raumtemperatur gelagert oder per Post verschickt wurde.

«Der Ansatz der dezentralen Blutentnahme durch einen einfachen Fingerstich, der sogar zu Hause durchgeführt werden kann, und ein ausgeklügeltes Nachweisverfahren mit hoher diagnostischer Genauigkeit machen diesen Test sehr attraktiv für gross angelegte epidemiologische Studien», zitiert die EPFL die Virologin Isabella Eckerle, die an der Studie mitgewirkt hat. «Er könnte sogar in geografisch abgelegenen Regionen eingesetzt werden, in denen es keine ausreichenden Laborkapazitäten gibt, zum Beispiel für Antikörperstudien in Afrika südlich der Sahara.»

So lassen sich Aussagen über die tatsächliche Durchseuchung der Bevölkerung besser abschätzen. «Da die Mehrheit der mit Sars-CoV-2 infizierten Menschen keine oder nur leichte Symptome hat, werden viele Fälle nicht durch direkte Tests erfasst», heisst es im Vorwort der Studie. «Es ist jedoch wichtig, die wahre Verbreitung des Virus festzustellen, indem man ermittelt, wie viele Menschen dem Virus ausgesetzt waren.»

Leuchten verrät Antikörper

Das Verfahren aus der Schweiz ist nicht nur schnell, sondern auch äusserst sicher, so die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weiter: Basierend auf Blutproben von 155 Menschen, die bereits eine Infektion durchgemacht hatten, sowie 134 negativen Proben erreichte der Test in der Studie eine Spezifität von 100 Prozent und eine Sensitivität von 98 Prozent. Falsch-positive Resultate gab es demnach keine. Tatsächlich positive Resultate wurden damit fast alle entdeckt.

Der Antikörpertest made in Switzerland basiert auf einer Plattform, die aus einem Netzwerk von winzigen Röhrchen besteht, die in einen Kunststoffchip in der Grösse eines USB-Sticks eingearbeitet sind. Um den Test durchzuführen, führen die Forschenden einzelne Blutproben und Testreagenzien durch die Kanäle dieses «mikrofluiden» Chips. Wird in der Blutprobe Sars-CoV-2 nachgewiesen, erzeugt ein Molekül ein Signal, das unter dem Mikroskop als fluoreszierendes Leuchten erscheint.

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